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30.05.2017
Beginnender Ausflug zur Geschwisterbrut, Hitze begünstigt Brutentwicklung - Blickpunkt Waldschutz 7/2017
von Cornelia Triebenbacher, Krüger Florian, Hannes Lemme

Der Hauptschwärmflug des Buchdruckers war in der vergangenen Woche sehr intensiv und konzentriert. Durch die hohen Temperaturen steht ein massiver Ausflug der Altkäfer zur Anlage der ersten Geschwisterbrut bevor. Teilweise hat dieser bereits eingesetzt.

Die warmen Tage Mitte Mai führten erneut zu einem intensiven Ausflug der Fichtenborkenkäfer. Schwerpunkte mit hohen Anflugzahlen sind nach wie vor Oberbayern, Schwaben und Niederbayern (Abb. 1). In der vergangenen Woche ist an vielen Standorten ein Rückgang der Anflugzahlen (Abb. 2) zu beobachten. Dieser ist mit der Brutanlage der 1. Generation durch die Altkäfer nach erfolgreichem Befall zu erklären. Die hohen Temperaturen werden die Anlage der Bruten der 1. Generation beschleunigen, so dass – wenn die hohen Temperaturen anhalten - in wenigen Tagen diese Altkäfer wieder zur Anlage der Geschwisterbrut ausfliegen werden.
Bayernkarte mit verschiedenfarbig gekennzeichneten Arealen: Maximale Anflugzahlen des Buchdruckers an einem Fallenstandort; grün < 1.000, gelb 1.000 bis 3.000, rot > 3.000 (klein: 1 bis 2mal 3.000 seit 1. April überschritten, groß: mehr als 2mal  3.000 Buchdrucker überschritten)

Abb. 1: Maximale Anflugzahlen des Buchdruckers an einem Fallenstandort

Grafik zeigt in Kurvenverläufen den Schwärmflug des Buchdrucker der Jahre 2015 – 2017, Anzahl der in Fallen gefangenen Buchdrucker Individuen über die Fangperiode in Kalenderwochen

Abb. 2: Schwärmflug Buchdrucker

Nahaufnahme: Rindenfraßbild Buchdrucker mit LarvenZoombild vorhanden

Abb. 3: Brutholz mit Larven
(Foto: Gabriela Lobinger)

Halten die hohen Temperaturen über 30 °C an, wird sich der Befall von den Beständesrändern zunehmend in die Bestandstiefe verlagern.

In den ausgelegten Bruthölzern wurden in der vergangenen Woche Eier und zum Teil schon sehr weit entwickelte Larven beobachtet. In der kommenden Woche (Kalenderwoche 23) können die ersten Puppen erwartet werden. Die hohen Temperaturen verkürzen die Entwicklungszeit der Buchdrucker erheblich (siehe Hintergrundinformationen).

Kupferstecher

Bayernkarte mit verschiedenfarbig gekennzeichneten Arealen: Maximale Anflugzahlen Kupferstecher; grün < 10.000, gelb 10.000 bis 30.000, rot > 30.000 (klein: 1 bis 2mal mehr als 30.000 seit 1. April überschritten, groß: mehr als 2mal 30.000 überschritten)Zoombild vorhanden

Abb. 4: Maximale Anflugzahlen Kupferstecher

Auch beim Kupferstecher wurden vereinzelt hohe Anflugzahlen von mehr als 30.000 Käfern beobachtet (Abb. 4). Jedoch ist die Gefährdungslage nicht so hoch wie beim Buchdrucker. Dabei handelt es sich überwiegend auch um Fallenstandorte mit hohen Anflügen des Buchdruckers.

Der Kupferstecher profitiert vom Anfall bruttauglichen Materials durch den starken Buchdruckerbefall. Nach wie vor ist es zur Reduktion des Befallsrisikos sehr wichtig, liegendes bruttaugliches Material auf Befall hin zu kontrollieren und bei Befall unverzüglich aufzuarbeiten.

Empfehlungen

  • Bohrmehlsuche in Bestandstiefe ausweiten aufgrund der hohen Temperaturen
  • Stehendbefallskontrolle an Randbäumen letztjähriger Käfernester fortsetzen
  • Auf weitere Befallskennzeichen wie Harzfluss und mit Harz verklebtes Bohrmehl am Einbohrloch achten
  • Rascher Einschlag und Abfuhr von mit Borkenkäfern befallenen Fichten

Hintergrundinformation

Die Entwicklungsgeschwindigkeit der einzelnen Stadien des Buchdruckers ist abhängig von der Temperatur. Wenn Stadien im Übergang von der Larve zur Puppe gefunden werden, kann mit einem Abschluss der Puppenruhe und der Umwandlung zum Jungkäfer bei 15 °C in etwa 1 ½ Wochen, bei 25 °C in 4 und bei 30 °C in 3 Tagen gerechnet werden. Am Ende der Puppenruhe liegt der hellbraune Jungkäfer im Gangsystem vor. Dieser bleibt im Brutsystem, um den Reifungsfraß durchzuführen. Die Dauer beträgt bei 20 °C 2 ½ und bei 30 °C etwa 1 ½ Wochen. Lediglich bei extrem hohen Dichten, bei denen ein Reifungsfraß im Brutbild nicht mehr möglich ist, kann der Brutraum durch die Jungkäfer früher verlassen werden. Der Reifungsfraß findet dann in benachbarten Bäumen statt, die zu diesem Zweck befallen werden.

Aktuelle Informationen zum Schwärmflug unter:

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