Die Bodenzustandserhebung 2 gibt Einblick in die Größenordnung des im Waldboden organisch gebundenen Kohlenstoffs. Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
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StMELFLWFWaldökologieStandort und Bodenschutz im Wald → Kohlenstoffspeicher Waldboden - CO2-Senke oder CO2-Quelle?
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Organisch gebundener Kohlenstoff im Waldboden

Alfred Schubert

Die BZE 2 gibt einen Einblick in die Größenordnung des Kohlenstoffspeichers

Die Diskussion zur Klimaänderung bezieht seit einiger Zeit auch den organischen Kohlenstoff in Böden als CO2-Senke oder CO2-Quelle mit ein. Da Deutschland sich verpflichtet hat, im Rahmen des Kyoto-Protokolls die Bodenvorräte des organischen Kohlenstoffs zu erheben, erfährt diese Betrachtung eine bisher nicht dagewesene Brisanz. Verlässliche Werte können hier nur mit Hilfe von Inventuren wie der BZE 2 erhoben werden. Abgesehen von dieser »neuen Fragestellung« bieten Daten zum Boden-Kohlenstoff noch weitere wertvolle Informationen.

Bodenproben bis aus einer Tiefe von 150 cm Mit der Rammkernsonde werden Bodenproben bis aus einer Tiefe von 150 cm gewonnen (Foto: R. Süß)

Waldböden enthalten je nach Horizont und Bodentiefe unterschiedliche Anteile von Mineralboden und Humus. In der Regel nimmt der Humusanteil von oben nach unten ab. Die bedeutendste Humusquelle sind abgefallene Blätter, Nadeln, Zweige, Äste, Früchte, Rindenteile sowie die abgestorbenen Wurzeln der Bäume im Boden. Gefallene Streu und Wurzelstreu werden im Boden zersetzt und schließlich mineralisiert. Dabei entstehen im Wesentlichen die zwei Humusformen Nährhumus und Dauerhumus, die auf die unterschiedliche Abbauresistenz der Streu-Wurzel-Bestandteile zurückzuführen sind.

Der Nährhumus wird in der Regel in kurzen Zeiträumen umgesetzt (Jahre bis Jahrzehnte) und ist hauptsächlich für die Nährstoffnachlieferung verantwortlich. Dagegen wird der Dauerhumus in deutlich längeren Zeiträumen (Jahrhunderte bis Jahrtausende) abgebaut und reichert sich in den Böden an. Die Nährhumusanteile sind in den Oberbodenhorizonten deutlich höher als in den unteren Horizonten. Beim Dauerhumus ist es umgekehrt.
Die Humusgehalte und -vorräte in den Waldböden sind ein Ergebnis des Zusammenspiels unterschiedlicher Standortsfaktoren wie Ausgangsgestein der Bodenbildung, Zeitraum der Bodenbildung, Relief, Exposition, Klima, Vegetation und Art der Waldbewirtschaftung. Die beiden letzten Faktoren bedingen sich gegenseitig und wirken sich auf den Humus vor allem in den obersten Bodenhorizonten sehr kurzfristig und sehr dynamisch aus. Die Relation zwischen dem ober- und unterirdischen Kohlenstoffspeicher in Wäldern umfasst eine große Spannbreite. Als mittlere Faustzahl wird in der Literatur für Europa ein Verhältnis von 1:2 angegeben.

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Autor

  • Alfred Schubert
    bearbeitet im Sachgebiet Standort und Bodenschutz den Fachbereich »Bodendauerbeobachtung, Bodeninventur, Bodenzustandserhebung (BZE 2)