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Provisorische Klima-Risikokarten als Planungshilfen für den klimagerechten Waldumbau in Bayern
Christian Kölling, Elke Dietz, Wolfgang Falk und Karl-Heinz Mellert
Waldumbau-Vorhaben auf sicherer Planungsbasis
Für den klimagerechten Waldumbau in Bayern werden vorläufige Planungskarten vorgestellt, die zunächst für die Baumarten Fichte und Buche das klimatische Anbaurisiko in der Gegenwart und in einer von einer Erwärmung um etwa 2°C gekennzeichneten Zukunft angeben. Eingangsgrößen für die Modellbetrachtungen zum notwendigen Waldumbau sind hochaufgelöste Klimakarten, das digitale Geländemodell, ein regionales Klimamodell und die vorhandenen forstlichen Standortskarten. Die resultieren Klima-Risikokarten ergänzen die Standortskarten und sind mit diesen bei Waldumbau-Maßnahmen zusammen zu verwenden. Als Provisorien werden sie bald von erweiterten und detaillierteren Planungsgrundlagen abgelöst werden, in die auch besser abgesicherte Schwellenwerte der Baumreaktionen gegenüber Hitze und Trockenheit eingehen sollen.
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Planungshilfen im Waldumbau: Die Mittelwerte illustrieren den Zusammenhang zwischen Klima und Fichtenvorkommen. In den kühlen und feuchten Zellen der Matrix (unten rechts) sind die Fichtenanteile tendenziell höher als in den warmen und trockenen. |
Als besonders umweltgebundener und von den klimatischen Verhältnissen abhängiger Wirtschaftszweig ist die Forstwirtschaft stark vom Klimawandel betroffen. In Bayern hat sich die Staatsregierung angesichts bereits eingetretener Schäden und in Kenntnis der sich künftig weiter verändernden Klimabedingungen zum klimagerechten Waldumbau entschlossen. Er besteht im Wesentlichen daraus, für Trockenheit anfällige Baumarten mit weniger anfälligen und an die künftigen Bedingungen besser angepassten Baumarten zu ersetzen.
Im Jahr 2008 hat man damit begonnen, die für den Waldumbau notwendigen Planungsgrundlagen in groß angelegten Projekten systematisch zu erarbeiten. Da diese Arbeiten erst im Jahr 2011 abgeschlossen sein werden, wurde eine provisorische Lösung notwendig, um schon jetzt die Schwerpunkte im Waldumbau identifizieren und die gegenwärtig anstehenden Waldumbau-Vorhaben auf sicherer Planungsbasis beginnen zu können.
Waldumbau-Planungshilfen: Risikokarte in Kombination mit der Standortskarte
Die eine Hälfte der Information der Risikokarten stammt aus der Karte der Transpirationsdifferenz. Diese Größe hängt deutlich von der Wasserspeicherkapazität und -durchlässigkeit des Bodens ab. Wir entwickelten die Karten für den Waldumbau daher für drei Standardböden mit jeweils sehr geringer, mittlerer und hoher Wasserspeicherkapazität. Auch die resultierende kombinierte Klimarisikokarte erstellten wir in diesen drei Varianten. Für die Zuordnung bei Waldumbau-Maßnahmen im Einzelfall müssen unbedingt die herkömmlichen Standortskarten verwendet werden. Bei der Anwendung führt der Anwender demnach die beiden Informationsquellen Standortskarte und Klimarisikokarte manuell zusammen.
Anwendung in der Waldumbau-Praxis
Für die Anwendung in der Praxis werden neun Karten für jede Baumart in einem Layer-System in einer pdf-Datei zusammengefasst. Damit ist es möglich, ohne größere Software-Kenntnisse mit dem Acrobat-Reader für geplante Waldumbau-Maßnahmen durch Baumarten, Perioden und Böden zu navigieren. Die Werte für die Jahrhundertmitte (2050) sind einfache Interpolationen zwischen den Anfangs- und Endrisiken des betrachteten Zeitraums.
Je besser die Planungsgrundlagen sind, umso erfolgreicher können die Wälder im klimagerechten Waldumbau auf die mit Sicherheit wärmeren Verhältnisse am Ende des Jahrhunderts vorbereitet werden. „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ (Perikles). In diesem Sinn haben auch unvollkommene Provisorien wie die Klimarisikokarten ihre Berechtigung als Grundlage für vorausschauendes Handeln angesichts des Klimawandels und des notwendigen Waldumbaus.
Waldumbau und Praxishilfen - Ausblick
Künftig wird es unnötig sein, mit Standardböden und der alten Standortskarte zu arbeiten, vielmehr ist die Bodeninformation bereits in die Risikokarte eingearbeitet.
Es ist vorgesehen, innerhalb kurzer Zeit weitere Karten für die Baumarten Buche, Kiefer, Eiche, Bergahorn, Tanne, Europäische Lärche und Douglasie zu erstellen. Die Arbeiten für die Buchen-Risikokarte sind bereits abgeschlossen.
Summary
A general aim in adapting Bavarian forests to climate change is the conversion of vulnerable stands to less vulnerable ones. For this conversion planning maps are urgently needed. We developed provisional maps based on a new regionalized climate map, a digital terrain model, a regional climate model, and the existent forest site map. The resulting maps contain the risk for cultivating tree species (i.e. Norway Spruce and European Beech) under present and future climate conditions (warming of about 2 degree centigrade). The climate-risk maps are an addition to the available site maps and should be applied together with them. Since being preliminary, our development aims at more detailed and extended maps and better formulated thresholds for tree reactions against heat and drought.
Autoren
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Christian Kölling
Leiter des Sachgebiets Standort und Bodenschutz an der LWF
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Elke Dietz
Mitarbeiterin im Sachgebiet Standort und Bodenschutz an der LWF - Fachbereich Standorterkundung, Bodenkartierung, Bodenzustandserhebung (BZE II), Biomassenutzung, Bodenchemie, Bodenversauerung
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Wolfgang Falk
Mitarbeiter im Sachgebiet Standort und Bodenschutz an der LWF, Fachbereich Bodenwasserhaushalt, Bodenschutz, Standortserkundung
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Karl-Heinz Mellert
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