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Waldtypisierung hilft bei der täglichen waldbaulichen Arbeit
Dr. Christoph Hintner
Potentielle natürliche Waldzusammensetzung Südtirols enthält wertvolle Hinweise
Da bisher genaue Informationen über die natürlichen Waldtypen in Südtirol fehlten, initiierte die Abteilung Forstwirtschaft im Jahr 2001 das Projekt »Waldtypisierung«, das heuer erfolgreich abgeschlossen wurde. In insgesamt sieben Projektgebieten wurden 113 Waldtypen bestimmt, in einer Karte dargestellt und ausführlich beschrieben. Als Arbeitsmappe unterstützt es zum einen die Behörden in überbetrieblichen forstlichen Planungen wie auch die Waldbauern und Förster vor Ort in ihrer täglichen waldbaulichen Arbeit.
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Die Ergebnisse der Waldtypisierung werden als Arbeitsmappe bereitgestellt. Jeder Waldtyp ist auf einer Doppelseite beschrieben. |
So vielfältig wie die Südtiroler Landschaft, so unterschiedlich sind auch die Wälder Südtirols. Die Vielfalt der Waldtypen reicht von mediterran beeinflussten Flaumeichen- und Hopfenbuchenwäldern über Laubmisch- und Nadelwäldern bis zu den Zirbenwäldern an der Waldgrenze. Diese Waldtypen sind je nach Standort und Höhenstufe auch unterschiedlich zu behandeln.
Mit der Waldtypisierung wurden nun für ganz Südtirol die natürlichen Waldtypen bestimmt und in der Waldtypenkarte abgebildet. Die Ableitung erfolgte über ein Computermodell und umfassenden Geländeerhebungen. Dabei wurden zunächst alle bereits in der Literatur vorhandenen Informationen zum Südtiroler Wald ausgewertet. In einer zweiten Projektphase erfolgte die Berechnung der Waldtypen, wobei Daten wie Hangneigung, Exposition, Geländeform, Sonneneinstrahlung, Geologie und Höhenstufen miteinander kombiniert wurden. Im nächsten Schritt wurden Geländeerhebungen durchgeführt und die Waldtypen im Gelände überprüft.
Ein wichtiger Teilbereich des Projektes waren die insgesamt 17 Workshops in den Forststationen. In den Workshops erarbeiteten wir gemeinsam mit den örtlichen Förstern die waldbauliche Behandlung der Waldtypen. Gleichzeitig wurden die lokalen Erfahrungen des Forstpersonals gesammelt und in die Beschreibung eingebaut. Waldbaulich begleitet und unterstützt wurden wir vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU).
Nutzen und Einsatzmöglichkeit der »Waldtypen«
Bisher waren in Südtirol die natürlichen Waldtypen nur für einige wenige Gebiete bekannt. Ein vollständiger Überblick fehlte. Diese Wissenslücke ist nun geschlossen. Die Verwendungsmöglichkeiten der Waldtypen sind vielfältig. Zum einen können sie als Hilfsmittel bei waldbaulichen Fragestellungen herangezogen werden. Zum anderen sind die Ergebnisse der Waldtypisierung ein wichtiger Bestandteil für überbetriebliche forstliche Planungen in Südtirol. Einsatzmöglichkeiten im Waldbau bestehen bei der Baumartenwahl, da für jeden Waldtyp die zur Auswahl stehenden und vom Standort her möglichen Baumarten aufgelistet sind. Auch beim Auszeichnen und bei der Wahl des Verjüngungsverfahrens helfen die Erkenntnisse aus der Waldtypisierung.
Denn neben einer kurzen Beschreibung zur Verjüngungsökologie sind für jeden Waldtyp auch die Verjüngungsverfahren angegeben, die sich für Naturverjüngung eignen. Ebenso wird in der Waldtypenbeschreibung auf Besonderheiten bei der Waldpflege (Dickungspflege, Durchforstung) hingewiesen. Mit der Waldtypisierung steht nun eine umfassende Beschreibung des Südtiroler Waldes zur Verfügung, die alle am Wald Interessierten nutzen können.
Autor
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Dr. Christoph Hintner ist Mitarbeiter im Amt für Forstplanung (Abteilung Forstwirtschaft) der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol.
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