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Wurzelwachstum des Bergahorns
Bastian Nordmann
Gut luftversorgte, lockere Böden erschließt der Bergahorn tiefgründig. Auch dichtere Lagen stellen für ihn meist kein großes Problem dar. Auch Böden mit sauerstoffreichem, zügigem Hangwasser im Untergrund eignen sich gut für den Bergahorn. Auf stauender Nässe hingegen fühlt er sich nicht wohl und zeigt dies mit einer deutlichen Verflachung des Wurzelwerks und Wachstumsrückgängen an.
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Wurzelballen eines geworfenen Bergahorns auf Pseudogley (Foto: B. Nordmann) |
Über das Wurzelwerk des Bergahorns bestehen heute noch große Wissenslücken. Häufig gibt es sogar gegensätzliche Meinungen in der Literatur. Der Bergahorn, soweit besteht Konsens, bildet eine Mischform aus Senkerwurzelsystem und Herzwurzelsystem. Außergewöhnlich an Jungpflanzen ist das zielstrebige Tiefenwachstum der Keimwurzel, die bereits im zweiten Lebensjahr eine Tiefe von drei bis fünf Dezimetern erreicht. Treffen die Wurzeln auf ein Hindernis, verzweigt sich die Wurzeltracht und dehnt sich horizontal aus.
Während Hoffmann (1960) und Schoch (1964) ihm eine gute Tiefenerschließung zuschreiben, sind Köstler et al. (1968) gegenteiliger Meinung. Sie charakterisieren das Wurzelwerk als ein flaches Herzsenkerwurzelsystem mit starker Betonung auf die horizontale Ausdehnung. Laut Kutschera und Lichtenegger (2002) wirkt sich in erster Linie die rasche Abnahme der Bodentemperatur und -feuchteverteilung der sommerkühlen Bergahornstandorte auf die nur mäßige Tiefenerschließung aus.
Auf wasserbeeinflussten Standorten ist die Durchwurzelung des Bergahorns sehr differenziert zu betrachten. Der Bergahorn verlagert auf einer grundfeuchten Hanggley-Braunerde seine Wurzeltracht in die Tiefe und sitzt inmitten der stark zügigen, temporären Vernässung (Abbildung 2), während die beigemischte Buche diesen Bereich völlig meidet. Auf den günstigen Einfluss sauerstoffreichen Hangwasserzuges wies bereits Weber (2000) hin. Stagniert das Wasser jedoch, reagiert die Bergahornwurzel äußerst empfindlich und bildet ein sehr flaches und außerordentlich intensiv verzweigtes Wurzelsystem in der vernässungsfreien Bodenschicht (Abbildung 3). Die flach angelegten Wurzelsysteme wirken sich dabei sehr ungünstig auf Wachstum, Stabilität und Ernährungszustand aus (Dahmer 1997; Jensen et al. 2008).
Summary
The sycamore maple root system develops deeply in well aerated loose soils. Even the rooting of denser layers is unproblematic (Jensen et al. 2008). Oxygenrich gleyic cambisols are well suited for the sycamore maple. However under stagnant soil moisture conditions the sycamore maple reacts with a shallow root system and decline in growth.
Autor
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Bastian Nordmann
Sachgebiet Schutzwald und Naturgefahren, Fachbereich Vorbeugender Hochwasserschutz
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