Erweiterte Standortskarten werden Beratungsgrundlage als "Fichteneignungskarte" für heute und in Zukunft Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
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StMELFLWFWaldökologieStandort und Bodenschutz im Wald → Baumarten im Klimawandel - das Standortsinformationssystem
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Standortsinformationssystem

Die klassische Standortskarte besteht aus analogen, teils digitalisierten Karten im Maßstab 1:5.000 bis 1:10.000 und den zugehörigen boden- und standortkundlichen Beschreibungen der Standortseinheiten. Diese Daten sind in Kartierberichten (Operaten) abgelegt. "Harte" Daten wie Bodenart, Skelettgehalt oder Lagerungsdichte musste man sich aus den beschriebenen Daten ableiten. Bayernweite Auswertungen waren bisher kaum möglich da eine einheitliche Legende fehlte. Fragestellungen zum Klimawandel (z.B. zur Baumarteneignung von Standorten) oder auch zur Biomassennutzung konnten so nicht beantwortet werden.


Schichtmodell Geodaten: Bayerische Vermessungsverwaltung (www.geodaten.bayern.de)

Konzept

In unserem Neukonzept des Standortsinformationssystems verwenden wir ein Mehrschichtenmodell. Es ist aus fünf Schichten (Rohdaten, Parameterschicht, Indexschicht, Themenschicht und Endprodukt) aufgebaut. In der untersten Schicht befinden sich die Rohdaten (unbearbeitete Ausgansdaten), in der obersten Schicht die Endprodukte in Form von für die Fragestellungen der Anwender aufbereiteten und klassifizierten Karten.

Der Nutzer der Endprodukte wird vor allem die letzte Schicht zu Gesicht bekommen, die darunter liegenden Schichten bleiben ihm im Regelfall verborgen. Dennoch ist der Weg von der ersten Schicht an transparent und nachvollziehbar. Sowohl die Daten der einzelnen Schichten als auch die bei der Verknüpfung und Ableitung angewandten Algorithmen können bei Bedarf eingesehen werden.

Für das Standortsinformationssystem werden als Rohdaten Bodeninformationen aus verschiedenen Quellen überarbeitet, in "harte" Daten, z.B. Korngrößenspannen (Sand-, Schluffgehalte etc.) übersetzt und in eine Datenbank eingespeist. Über Algorithmen (Pedotransferfunktionen PTF) werden aus diesen Parametern Bodenkennwerte (u.a. Fk, nFk, kf-Wert) errechnet (Parameterschicht). Je Standortseinheit werden diese Parameter auf die Fläche umgerechnet. Im GIS erfolgt die Verschneidung mit DGM-bürtigen Daten ( z.B. Hangneigung, Fließakkumulation, Strahlungshaushalt) zu komplexen Indexgrößen, z.B. Transpirationsdifferenz (Indexschicht). Für spezielle Fragestellungen z.B. zur Staunässe erfolgt eine Bewertung der Indexgrößen an Hand von Schwellenwerten (Themenschicht). Je nach Anwendungsbedarf können aus der Themenschicht verschiedene Datensätze generiert werden, die die Erstellung von Karten als Beratungsgrundlage ermöglichen wie beispielsweise einer "Fichteneignungskarte" für heute und in Zukunft (Endprodukt).

Vorteile des Standortsinformationssystems

Die Stärke des Konzepts liegt in der Flexibilität und Anpassbarkeit des Standortsinformationssystems. Mit den vorhandenen Daten und den zugehörigen Datenbanken können schnell "on demand" neue Auswertemethoden integriert, Auswertungen an neue Grenzwerte oder Klassifizierungen angepasst, neue Klimaszenarien verwendet und deren Konsequenzen errechnet werden.

Präsentation Endprodukte

Die Kartenerstellung des Projektes Soforthilfe (KLIP 2) hat den Weg vorgegeben, wie die Endprodukte des Standortsinformationssystems aussehen könnten. Als geeignetes Abgabeformat der Karten erwies sich ein PDF-Format inklusive der aus GIS-Anwendungen bekannten Layer-Struktur. Hiermit wurde eine einfach zu handhabende und wirkungsvolle Lösung gefunden. Die Rückmeldungen der Nutzer an den ÄELF sind durchweg positiv, auch IT-Beauftragte der ÄELF haben sich positiv über die Nutzbarkeit der Karten mit Standardsoftware (Acrobat Reader) geäußert.

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