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StMELFLWFWaldökologieNaturschutz → Biodiversität → Hirschkäfer - Rindenschröter (Ceruchus chrysomelinus Hoch.)
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Rindenschröter (Ceruchus chrysomelinus Hoch.)

Rindenschröter (Ceruchus chrysomelinus Hoch.) (Foto: I. Jenis)

Merkmale

Der Rindenschröter ist 11 – 16 mm groß. Der Körper ist glänzend schwarz. Bei den Männchen sind die Oberkiefer stark verlängert und meist etwas länger als der Kopf, bei den Weibchen kürzer.

Schutz

Besonders geschützte Art nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz.

Gefährdung

Die Art ist in Bayern und in Baden-Württemberg, wie auch bundesweit als „stark gefährdet“ eingestuft. Der Rindenschröter ist wie der Kurzschröter eine „Urwaldreliktart“ (MÜLLER et al. 2005).

Biologie

Der Rindenschröter bevorzugt zur Entwicklung großdimensioniertes, braunfaules Totholz später Zersetzungsstadien. In Bayern sind Nachweise aus Weißtanne, Fichte, Traubeneiche und Erle bekannt. Er besiedelt Lagen von 450 m bis 950 m Meereshöhe. Er ist eine Zeigerart für Strukturqualität und –kontinuität von Waldbeständen. Die Entwicklungszeit beträgt zwei bis vier Jahre. Die Käfer sind tagaktiv und schwärmen von Ende Juni bis August.

Habitat

Urständige Laub- und Laubmischwälder, Bergmischwälder.

Verbreitung

In Bayern gibt es aktuelle Vorkommen aus drei eng umgrenzten und isolierten Fundregionen. Im Hochspessart (NWR Eichhall, NSG Rohrberg, Altheister) erfolgt die Entwicklung im Totholz von Traubeneiche, im Nationalpark Bayerischer Wald (Mittelsteighütte, Watzlikhain, Rachelseewand) im Totholz von Weißtanne und seltener von Fichte und aus den Bayerischen Alpen (Tegernsee, Wendelstein, Oberstdorf) sind Nachweise aus Weißtanne, Fichte und Erle bekannt.

Literatur

  • BRECHTEL, F. & KOSTENBADER, H. 2002: Die Pracht- und Hirschkäfer Baden-Württembergs. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart: 562-565.
  • MÜLLER, J., BUßLER, H., BENSE, U., BRUSTEL, H., FLECHTNER, G., FOWLES, A., KAHLEN, M., MÖLLER, G., MÜHLE, H., SCHMIDL, J., ZABRANSKY, P. 2005: Urwald relict species-Saproxylic beetles indicating structural qualities and habitat tradition – Urwaldrelikt-Arten - Xylobionte Käfer als Indikatoren für Strukturqualität und Habitattradtion. Waldökologie online 2: 106-113.

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