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Veränderungen in einem Buchenwald jenseits der Hiebsreife
Udo Endres
Naturnahe Totholzanteile am Beispiel des Naturwaldreservates Leitenwies
Bei den Bemühungen zum Erhalt der Biodiversität in unseren Wäldern kommt dem Totholz als Lebensgrundlage für viele Arten eine Schlüsselrolle zu. Daher wird auch ein gewisser Totholzanteil bei der »naturnahen« Bewirtschaftung der Wälder angestrebt. Doch wie viel davon ist naturnah? Hier spielen die Naturwaldreservate als Referenz für den »Naturzustand« eine wichtige Rolle, in vielen Fällen muss jedoch der Naturzustand erst noch erreicht werden. Nirgends sonst kann man beobachten, wie die Anreicherung mit Totholz sowie das Wachstum und Absterben in Beständen jenseits der Hiebsreife ohne steuernde Eingriffe verläuft.
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Das Naturwaldreservat Leitenwies bietet ein beeindruckendes Beispiel für eine besonders rasche Anreicherung von Totholz. (Foto: U. Endres) |
Als Beispiel für den Übergang zu fortgeschrittenen Phasen der Waldentwicklung in einemsubmontanen Buchenwald werden nachfolgend die Ergebnisse einer Wiederholungsaufnahme im Naturwaldreservat Leitenwies vorgestellt.
Lebendvorrat nimmt ab
In dem im Niederbayerischen Tertiärhügelland, Teilwuchsbezirk Neuburger Wald, bei Passau gelegenen Naturwaldreservat wurden 1996 und 2009 auf der einen Hektar großen Repräsentationsfläche Parameter zum lebenden Bestand und zum Totholz erhoben. Auf den vom Gneis als Ausgangsgestein geprägten Flächen haben sich Braunerden mit Waldmeister-Buchenwäldern ausgebildet. Bei dem Bestand handelt es sich um einen Buchenbestand mit zahlreichen Eichen. Die Repräsentationsfläche wurde bei der Ausweisung des Naturwaldreservates bewusst in einen besonders reifen Teil des Naturwaldreservats gelegt.
Aus dem Ergebnis der Aufnahme wird deutlich, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Repräsentationsflächen mit führender Buche in Naturwaldreservaten hier bei der Buche neben der Stammzahl auch die Grundfläche bereits abnimmt, während Höhe und Vorrat noch zunehmen. Bei der Mischbaumart Eiche sind die Parameter Stammzahl, Grundfläche und Vorrat deutlich gesunken, die Eiche verliert an Bedeutung. Der Vorrat des Gesamtbestandes nimmt in Folge von Mortalitätsprozessen ebenfalls bereits ab.
Die Stammzahl-Höhenverteilung hat sich im Unter- und Zwischenstand kaum geändert. Die maximal erreichte Höhenstufenklasse, die ausschließlich die Buche einnimmt, hat sich im Beobachtungszeitraum noch um eine Stufe auf die Höhenstufenklasse 46-50 Meter nach oben verschoben. Deutlich gestiegen ist auch die Stammzahl in der zweiten besetzten Höhenstufenklasse 42-46 Meter.
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Autor
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Udo Endres
ist Mitarbeiter im Sachgebiet »Waldbau« der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
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