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Klonen für den perfekten Weihnachtsbaum
Jürgen Matschke
Nordmannstannen aus somatischen Embryonen
Die Nordmannstanne ist die wichtigste Baumart für die Erzeugung von Weihnachtsbäumen. Die Saatgutimporte aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet werden jedoch zunehmend problematischer. Saatgutplantagen können für hochwertiges Saatgut wertvoller Nachkommen sorgen. Auch über Stecklingsvermehrung oder Pfropfung lassen sich Nachkommen wertvoller Auslesebäume als Klonsorten erzeugen. Mittels somatischer Embryogenese versucht man vielerorts eine Methode zu finden, um junge Tannen für den Weihnachtsbaumanbau zu produzieren. Allerdings ist die Erzeugung von Klonpflanzen wie z. B. der Nordmannstanne aus somatischen Embryonen immer noch problematisch.
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So könnte ein perfekter Weihnachtsbaum aussehen. Noch aber ist der Weg über die somatische Embryogenese mit allerlei Hindernissen gepflastert. (Foto: J. Matschke) |
Der Saatgutimport der Nordmannstanne aus Georgien, Abchasien und Russland wird zunehmend unsicherer und gleichzeitig teurer. Um angestrebte Lizenzmonopole auszuschließen und züchterisch sicheres Pflanzgut zu erhalten, ist der zusätzliche Aufbau von Genreserven über Saatgutplantagen und von Klonsorten sinnvoll. Die Produktion geeigneten Saatgutes und von Sämlingen für den Weihnachtsbaumanbau erforderten Feldversuche mit geprüften Herkünften, Rassen und geeigneten Auslesebäumen. Dabei wurden auch die ersten aus der somatischen Embryogenese im Jahre 2002 erzeugten Klon-Pflanzen einbezogen. Die Anbauversuche ergaben nicht erwartete Ertragsunterschiede in Abhängigkeit ausgewählter Rassen und Auslesebäume sowie der vorgenommenen Kulturmaßnahmen. Die Ertragsunterschiede schwankten zwischen 24.000 und 70.000 Euro pro Hektar.
Hier stellt sich nun u. a. die Frage, inwieweit eine immer noch recht aufwendige und bisher noch nicht zu automatisierende Verklonung wertvoller Nachkommen der Nordmannstanne betriebswirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist, um die Ausbeuten der bewährten Rassen mit diesen Klon-Sorten aus somatischer Embryogenese zu verbessern.
Rassen und Sorten mit erbbeständigen Merkmalen können derzeit aus erbbeständigeren Herkünften sowie aus Klonpflanzen (Pfropflinge, bewurzelte Steckreiser und somatische Embryonen) erzeugt werden.
Die Vermehrung somatischer Embryonen ist neben der bekannten Pfropfung von Reisern auf Typenunterlagen oder der Bewurzelung von Reisern ausgelesener Plusbäume derzeit die Methode für die vegetative Vermehrung von Nadelbäumen. Während die Pfropfung von Reisern an sich unproblematisch verläuft, gelingt die Bewurzelung von Steckreisern nur, wenn diese von jungen/juvenilen Mutterbäumen geerntet wurden. Ursache hierfür sind der Hormonstatus und die mit ihm in Verbindung stehenden regulierenden Enzyme in den Mutterbäumen und damit in den zu bewurzelnden Steckreisern. Allerdings macht den Fachleuten immer wieder zu schaffen, dass Stecklinge und Pfropflinge zum Teil über mehrere Jahre hinweg Schrägwuchs (Plagiotropie) aufweisen. Bei Stechfichten, Korea- und Korktannen ist kaum Schrägwuchs zu beobachten. Dagegen lässt der senkrechte (orthotrope) Wuchs bei der Nordmannstanne bis zu drei, mitunter auch vier Jahre auf sich warten. Die bewurzelten Klonpflanzen können sogar hinsichtlich ihrer Wüchsigkeit den Sämlingen um ein Jahr unterlegen sein.
Autor
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Prof. Dr. habil. Jürgen Matschke
war langjähriger Leiter des Versuchszentrums im Gartenbauzentrum Westfalen-Lippe und beschäftigt sich seit langer Zeit mit der Züchtung und Produktion von Weihnachtsbäumen
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