Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LWF - Logo mit Link zu Startseite| Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWFWaldökologieNaturschutz → Kastanienminiermotte stoppen am Bundesweiten Aktionstag "Rettet die RossKastanie"
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Die Kastanienminiermotte - Die Schöne ist ein Biest

Ist Kastanienminiermotte eine Gefahr für die Rosskastanie?

Online-Redaktion

Bundesweiter Aktionstag "Rettet die Kastanien" am Samstag, den 14. November 2009

Die Kastanie - eigentlich Rosskastanie - ist ist wohl einer der schönsten und bekanntesten Baumarten und ein beliebter Park- und Alleebaum.
Wer denkt dabei nicht an einen Biergartenbesuch im Sommer unter der schattenspendenden Krone der Rosskastanie oder an das geschäftige Sammeln der reifen Kastanien im Herbst, wenn Kinder mit den schönen, glänzenden Früchten basteln oder sie als Winterfutter für das Wild zum Förster bringen.

Rosskastanie mit Kastanienminiermotte Die Blätter der Rosskastanie sind durch die eingewanderte Kastanienminiermotte geschädigt. Deutlich sichtbar die verbraunten Frassgänge (Foto oben: gnubier, pixelio / Foto unten: Foto: Fecker, Entomologie WSL)

Leider ist die Rosskastanie im Zuge der Klimaerwärmung von einem neuen Schädling bedroht. Seit gut einem Jahrzehnt breitet sich die Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) in Europa aus. War anfangs lediglich die Rosskastanie der südeuropäischen Länder betroffen, ist spätestens seit 2005 auch ganz Deutschland von dieser neuen Insektenart "erobert". Ein typischer Vertreter der nicht-heimischen Tierarten, sogenannter Neozoen.

Die Kastanienminiermotte hat sich auf die Rosskastanie als "Kinderstube" spezialisiert. Die Raupen des kleinen, aber auffällig gezeichneten Schmetterlings bohren sich in die Blätter der Rosskastanie und legen dort einen ca. 1-2 mm langen Fraßgang an - sie minieren, daher auch der Name Kastanienminiermotte.
Erste Spuren zeigen sich rund einen Monat nach dem Austreiben der ersten Blätter der Rosskastanie: Man erkennt die Fraßgänge als weiße "Striche" in den Blättern, denn hier wurden von den Raupen der Kastanienminiermotte das Blattgrün gefressen. Später kommt es zur Braunfärbung der Gänge, die sich auf das ganze Blatt ausdehnen kann.
Bei einer stark befallenen Rosskastanie kann es bereits im Juli zum Blattabfall kommen.

Das bislang wirksamste Mittel gegen die Kastanienminiermotte ist das zügige Beseitigen des Herbstlaubes der Rosskastanie. Denn die letzte Generation der Kastanienminiermotte überwintert im abgefallenen Laub der Rosskastanie. Wird das alte Laub beseitigt, beseitigt man auch die künftigen Schmetterlinge und der Kreislauf kann nicht mehr von Neuem beginnen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat einen Aktionstag geschaffen, damit flächendeckend der massenhafte Vermehrung der Kastanienminiermotte entgegen getreten wird. Der bundesweite Aktionstag "Rettet die Kastanien" findet jährlich zweiten Samstag im November statt, heuer am Samstag, den 14. November 2009.