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Waschbär und Marderhund - Neue Tierarten erobern unsere Wälder
Redaktion
Neue Tierarten können ursprüngliche Lebensgemeinschaften beeinträchtigen
In der internationalen Naturschutzdiskussion geinnen gebietsfremde Tierarten (Neozoen) zunehmend an Bedeutung. Denn Neozoen, die unbeabsichtigt oder beabsichtigt durch den Menschen in Gebiete eingebracht werden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen und sich dort etablieren, können ursprüngliche Lebensgemeinschaften in Wald und Flur beeinträchtigen bzw. verändern.
So müssen sich zum Beispiel Rotfuchs und Marder ihre Beute und Reviere immer häufiger mit Einwanderern aus Amerika und Asien teilen.
Der Waschbär
1927 führten Pelztierzüchter nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor) zur Pelztierzucht nach Deutschland ein. 1934 wurde ein Pärchen am nordhessischen Edersee mit fragwürdigen Zielen ausgesetzt. Vermutlich wurden auch 1945 einige Waschbären in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Tiere, die aus Pelztierfarmen entkamen oder absichtlich in die freie Natur ausgesetzt wurden, verstärkten die außerordentlich rasche Verbreitung.
Außer dem Uhu, der seinen Jungtieren nachstellt, hat der Waschbär bei uns keine natürlichen Feinde. Der Schwerpunkt seiner Verbreitung in Deutschland liegt im Dreiländereck Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Als sehr anpassungsfähiger und intelligenter Generalist eroberte er nicht nur Wald und Flur, sondern auch viele Städte. In Kassel, der europäischen »Waschbären-Hauptstadt«, leben auf 100 Hektar 50 bis 100 Waschbären. Mittlerweile ist er auch in Bayern weit verbreitet. Die jährliche Jagdstecke in Deutschland stieg explosionsartig zwischen 1994/95 und dem Jagdjahr 2007/08 von 333 auf 34.358 Stück an.
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Der Waschbär - Mit allen Wassern gewaschen (Foto: M. Homann, fotolia) |
Der Marderhund
Die ursprüngliche Heimat des Marderhundes oder Enok (Nyctereutes procyonoides) erstreckt sich von Ostsibirien bis nach China. In Rußland wurde er aber auch westlich des Urals, der eine natürliche Barriere darstellen würde, als Pelztier ausgesetzt und breitet sich seitdem immer weiter nach Westen aus.
Er bevorzugt vor allem Au- und Mischwälder. Wie der Waschbär ist auch der Marderhund ein Allesfresser, der sich allerdings überwiegend vegetarisch ernährt. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Hier spürt er unter anderem auch den Gelegen der stark gefährdeten, dort noch vorkommenden heimischen Europäischen Sumpfschildkröte nach.
Der Marderhund kommt mittlerweile überall in Bayern vor, tritt allerdings am häufigsten in der Oberpfalz auf. Die Jagdstrecke in Deutschland hat sich ähnlich drastisch entwickelt wie für den Waschbären: 1994/95 wurden 204, 2007/08 34.662 Marderhunde mit Schwerpunkt in Brandenburg erlegt.
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Marderhund - der Wildhund aus dem Osten (Foto: Pkuczynski, wikipedia) |
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