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Bergahorn (Acer pseudoplatanus) - Verwandtschaft, Verbreitung und Biologie
Gregor Aas
Dargestellt werden die Verbreitung und Ökologie, Gestalt und Rinde sowie Blüten und Früchte des Bergahorn. Der Baumarten-Steckbrief geht neben den morphologischen Merkmalen und blütenbiologische Besonderheiten intensiv auf die systematische Stellung des Bergahorns ein. Der Berghahorn entwickelt sich mehr und mehr zu einer geschätzen Baumart in Zeiten des Klimawandels
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Blütenstand (Foto: O. Holdenrieder) und Früchte (Foto: G. Aas)des Bergahorns |
Der Bergahorn ist eine typische Baumart buchenreicher Wälder des Hügel- und des Berglandes der nur selten bestandsbildend auftritt. Eine gewisse Dominanz erreicht er in feuchten Schluchtwäldern und entlang von Bächen, am Fuß schattiger Hänge, auf Blockschutthalden oder an steilen Rutschhängen. In subalpinen Fichtenwäldern steigt er als einer der wenigen Laubbäume bis hinauf an die Waldgrenze.
Ideale Bedingungen für gutes Wachstum bieten mäßig frische bis feuchte, lockere, nährstoff- und basenreiche, feinerdereiche, aber auch steinige Lehmböden in luftfeuchter Lage. Ungünstig sind sehr trockene sowie staunasse oder stark wechselfeuchte Böden. In der Jugend ist Acer pseudoplatanus eine Schattbaumart, im Alter lichtbedürftiger (Halbschattbaumart).
Bis vor wenigen Jahren zählte man die Gattung der Ahorne (Acer) zur Familie der Ahorngewächse (Aceraceae). Molekulargenetische Untersuchungen der letzten Jahre ergaben jedoch, dass Acer zusammen mit den Rosskastanien (Aesculus, früher Familie Hippocastanaceae) die Unterfamilie der Hippocastanoideae bildet und zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) gehört. Gemeinsames morphologisches Merkmal aller Sapindaceae ist der auch bei den Ahornen gut ausgebildete Diskus der Blüte, ein scheiben- oder ringförmiges Nektarpolster (Nektarium) auf dem verbreiterten Blütenboden.
Die Gattung Acer umfasst etwa 125 sommer- oder immergrüne Baum- und Straucharten (van Gelderen et al. 1994), die hauptsächlich in den gemäßigten Breiten der Nordhemisphäre vorkommen, die meisten davon (etwa 80 Prozent) in Ostasien (China, Korea, Japan). In Mitteleuropa weit verbreitete und häufige Laubwaldarten sind Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Spitzahorn (A. platanoides) und Feldahorn (A. campestre). Weniger bekannt sind zwei weitere Ahornarten der einheimischen Dendroflora, der Burgenahorn und der Schneeballblättrige Ahorn, die beide im Mittelmeergebiet weit verbreitet sind und in Mitteleuropa jeweils die nördlichsten Vorposten ihres Areals haben. Der Burgenahorn oder Französische Maßholder (A. monspessulanum, Abbildung 1) wächst in mehreren kleinen Beständen an wärmebegünstigten Standorten am Mittelrhein und am Main in Unterfranken. Es ist nicht bekannt, ob letztere autochthon sind oder auf frühere Anpflanzungen zurückgehen. Noch seltener ist der Schneeballblättrige Ahorn (A. opalus), eine west-submediterrane Art, die über den Schweizer Jura bis in den Raum Basel vordringt und in Deutschland überhaupt nur an einem Standort vorkommt. Im Dinkelsberggebiet nahe Lörrach (Südbaden) bildet dieser schöne kleine Baum mit nur wenigen Individuen eine in ihrem Bestand bedrohte Population (Voggesberger 1992).
Summary
Presented are the systematics of sycamore (Acer pseudoplatanus, Sapindaceae, formerly: Aceraceae), its distribution, ecology, and relevant morphological traits as well as its peculiarities in flowering biology.
Autor
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