Inhalt:
zurück zum Seitenanfang|
Epiphyten am Bergahorn
Eduard Hertel
Die epiphytische Flechten- und Moosvegetation am Bergahorn kann sehr verschieden ausgeprägt sein. In naturnahen Bergwäldern zeigen Stämme und Äste einen dichten Bewuchs mit Arten, die an luftfeuchte, halbschattige Standorte angepasst sind. An freistehenden Bäumen (z.B. in Alleen) dagegen stellen sich vor allem Arten lichtoffener und wechselfeuchter Verhältnisse ein. Zusätzlich werden die Baumrinden hier mit Staub imprägniert und mehr oder weniger stark gedüngt. An Straßen wirken zusätzlich Abgase der Fahrzeuge, die zusammen mit den Säuren des Niederschlagwassers die ursprünglich flechten- und moosreichen Bestände verändern und schließlich zum Absterben bringen können.
|
Echte Lungenflechte (Lobaria pulmonaria) an Bergahorn (Foto: B. Haynold)
|
Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) zeigt - wie wenige andere Laubholzarten - einen ausgeprägten Epiphytenbewuchs. Unter "Epiphyten" werden hier lediglich Flechten und Moose behandelt. Stamm und Äste älterer Bäume sind insbesondere in schattigen Bergwäldern so dicht von Moosen und Flechten überwachsen, dass die Rinde selbst kaum zu sehen ist. Gewöhnlich und häufiger findet man aber Alleebäume mit schwach entwickelter bis fehlender Epiphytenbedeckung. Welche Faktoren bestimmen die Entwicklung von Moosen und Flechten auf Ahornbäumen? Welche Einwirkungen verursachen diese verschiedenen Erscheinungsbilder? Warum fehlen an manchen Standorten Epiphyten, während sie an anderen Stellen so üppig auftreten?
Moose und Flechten - grundverschiedene Organismen
Zu den „Epiphyten“ zählen Flechten und Moose, grundverschiedene Organismen. Flechten setzen sich aus Algen und Pilzen zusammen, die miteinander in Symbiose leben. Die Algen produzieren die für den Pilzpartner notwendigen Nährstoffe, die Pilzschicht dagegen bietet den Algen, die sich meist im Innern des Lagers befinden, einen gewissen Schutz. Der heterotrophe Pilzpartner dominiert dabei und bestimmt wesentlich die äußere Gestalt der Flechten. Moose sind dagegen autotrophe, assimilierende Organismen.
Beiden Organismengruppen gemeinsam ist eine Verbreitung über Sporen und vegetative Teile des Pflanzenkörpers (des Lagers, resp.Thallus). Letztere überwiegt bei zahlreichen Taxa oder ist sogar die einzige Art der Ausbreitung.
Summary
Depending on the location of the trees,you will find very different lichens and mosses on sycamore trees: In semi–natural situations, trunks and branches are thickly covered with species suited for humid or half shaded locations.The situation is very different in case of stand–alone trees, e.g. in alleys. Here, species are usually suited for bright locations and changing humidity. In addition, barks of such trees are coated with dust and fertilized to a greater or lesser extent. Locations along streets are also be influenced by exhaust gases of cars. Gases and acids of rainwater can damage or even destroy populations that have originally been rich of lichens and moss.
Autor
|