Inhalt:
zurück zum Seitenanfang|
Bergahorn als Lebensraum für Tiere
Olaf Schmidt
Der Bergahorn wurde zum Baum des Jahres 2009 erwählt. Daher wundert es nicht, dass in diesem Jahr des Bergahorns auch seine auf ihn angewiesene oder mit ihm assoziierte Lebewelt ins Blickfeld des Interesses gerät. Forstleute haben hier meist die forstschädlichen Organismen, wie z.B. Pilze und Insekten, aber auch seltene waldtypische oder xylobionte Arten im Blick. Der Bergahorn trägt als wichtige und forstlich interessante Mischbaumart zur biologischen Vielfalt unserer Wälder bei und sollte künftig auf geeigneten Standorten am Aufbau naturnaher Wälder weiter berücksichtigt werden.
Im Folgenden werden einige Tierarten, die auf die Gattung Acer spezialisiert sind bzw. in den letzten Jahren in Bayern häufiger an Bergahorn beobachtet wurden, vorgestellt.
|
Raupe der Ahorneule (Acronicta aceris) (Foto: W. Schön) |
Wirbeltiere
Die Früchte des Bergahorns dienen 20 Vogelarten zur Ernährung, darunter Kleiber, Meisenarten, Kernbeißer, Fichtenkreuzschnabel, Berg-, Buch- und Grünfinken (Turcek 1961; Schmidt 1990). Vögel und Mäuse ritzen gelegentlich die Rinde des Bergahorns an, um an den zuckerhaltigen Frühjahrssaft zu gelangen. Bei überhöhten Wildbeständen ist der Bergahorn auf Grund von Verbiss sehr stark gefährdet, auch Schäl- und Fegeschäden sind in Rotwildgebieten häufig (Mayer 1992).
Turcek (1967) gibt 30 Säugetierarten an, die beim Fraß an Bergahorn beobachtet wurden. Als Blätter fressende Tiere nennt er Reh, Rotwild, Mufflon, Gämse, aber auch Baumschläfer und Kaninchen. Bei Fraß an Trieben kommt zu den genannten Schalenwildarten der Elch dazu. Das Eichhörnchen frisst auch Knospen und Samen des Bergahorns. Das nordamerikanische Grauhörnchen leckt dagegen gerne den Saft des Bergahorns und verursacht in England erhebliche Schäden in Bergahornkronen.
Milben
An Ahornblättern entwickeln sich bisweilen Gallen, die von Gallmilben hervorgerufen werden. Aus der Form der Gallen kann man in der Regel auf eine bestimmte Art schließen. Sehr regelmäßig tritt z.B. auf Bergahornblättern die Gallmilbe Aceria macrorhyncha auf. Ihre nur zwei bis drei Millimeter großen, vorwiegend rötlichen, hörnchenförmigen Gallen findet man häufig auf der Blattoberfläche. Die Filzgallmilbe (Eriophyes psilomerus) bildet auf der Blattunterseite von Bergahornblättern weißliche bis rötliche Filzrasen aus. Auf der Blattoberseite zeigt eine blasenartige, hellgrüne Fleckung den Verfall (Butin, Nienhaus, Böhmer 2003).
Summary
The sycamore maple was chosen as the tree of the year 2009. For that reason it is not amazing that in the year of the sycamore maple also from it depending or with it associated fauna are moving in the focus of interest. Here foresters have mostly the harmful organism for example fungi and insects but also seldom forest specific or xylobiont species in mind. The sycamore maple helps as an important mixed tree species with silvicultural interest to improve the biodiversity in our forests and should in the future be considered to build subnatural forests at suitable habitats. Below some species will be presented that are specific to the genus Acer or have often been found at sycamore maple trees in Bavaria in the last years.
Autor
|