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StMELFLWFWaldökologieNaturschutz → Das Naturwaldreservat Jachtal - ein ehemaliger Mittelwald bei Bad Windsheim
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Das Naturwaldreservat Jachtal

Sven Finnberg

Ehemaliger Mittelwald bei Bad Windsheim

2003 wurde im Stadtwald Bad Windsheim der Kurzschröter Aesalus scarabaeoides, eine im Totholz lebende Hirschkäfer- und Urwaldreliktart, entdeckt. Im Wesentlichen dieser Fund veranlasste die Stadt, intensiv über die Einrichtung eines Naturwaldreservates zu diskutieren.
Der Kurzschröter (Aesalus scarabaeoides Panz.) ist mit sechs Millimetern die kleinste, aber auch seltenste von sieben Hirschkäferarten in Bayern. Nur vier aktuelle Vorkommen sind bekannt. Die Art ist nach Bundesartenschutzverordnung streng geschützt und in Bayern und Deutschland vom Aussterben bedroht (RL 1). Die Larven entwickeln sich hauptsächlich bodennah, im kernfaulen Holz hohler Eichen.

Der Kurzschröter(Aesalus scarabaeoides Panz.) ist der kleinste, aber auch seltenste von sieben Hirschkäferarten in Bayern Der Kurzschröter(Aesalus scarabaeoides Panz.) ist der kleinste, aber auch seltenste von sieben Hirschkäferarten in Bayern

In den Beständen dominieren Eichen und Rotbuchen, aber auch viele weitere Laubbaumarten, beispielsweise Elsbeere, Ulme, Speierling kommen vor. Die unterschiedliche Altersstruktur sowie die Größe des Gebietes gewährleisten verschiedene Waldentwicklungsphasen. Ein Waldweg, gleichzeitig Wanderweg, führt an den Beständen vorbei, aber nicht durch das Naturwaldreservat. Am südlichen Waldrand befinden sich ausgedehnte Streuobstbestände.

2005 wurde das 49 Hektar große Naturwaldreservat Jachtal ausgewiesen. Dieser ehemalige, seit etwa 30 Jahren nicht mehr genutzte Mittelwald mit seinen zahlreichen Laubbaumarten und unterschiedlichen Altersstrukturen gewährleistet die Biotoptradition. Oberstes Ziel des Naturwaldreservates ist der Artenschutz. Aber es ist auch in die Öffentlichkeitsarbeit eingebunden, um die Bürger insbesondere für Urwaldreliktarten und den Erhalt von Totholz als dringend benötigten Lebensraum zu sensibilisieren. Darüberhinaus ist ein Konzept zur Erhaltung und Erforschung der das Naturwaldreservat umgebenden historischen Kulturlandschaft geplant.

In den Beständen des Naturwaldreservates dominieren Eichen und Rotbuchen, aber auch viele weitere Laubbaumarten, beispielsweise Elsbeere, Ulme, Speierling kommen
vor. Die unterschiedliche Altersstruktur sowie die Größe des Gebietes gewährleisten verschiedene Waldentwicklungsphasen. Ein Waldweg, gleichzeitig Wanderweg, führt an den Beständen vorbei, aber nicht durch das Naturwaldreservat. Am südlichen Waldrand befinden sich ausgedehnte Streuobstbestände.

Summary

In the town forest of Bad Windsheim, Aesalus scarabaeoides was discovered in 2003, a stag beetle and relict species of the primeval forest living in deadwood. It was fundamentally due to this discovery that the town started discussing the possibility of establishing a forest nature reserve. In 2005, the forest nature reserve Jachtal was inaugurated with an area comprising of 49 hectares. This former composite forest, which had fallen into disuse for about 30 years, provides for a traditional biotope, featuring deciduous tree species and various different age structures. The supreme goal of forest nature reserves is wildlife and plant protection. Public relation, however, plays a significant role, since citizens need to be made more aware of relict species of the primeval forest and the importance of protecting deadwood as a vital habitat. In addition, a concept is being developed for protection and research into the historical cultural landscape around the forest nature reserve.