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StMELFLWFWaldökologieNaturschutz → Endemische Laubwald-Laufkäfer in bayerischen Buchen- und Schluchtwäldern
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Endemische Laubwald-Laufkäfer in bayerischen Buchen- und Schluchtwäldern

Stefan Müller-Kroehling

Laufkäfer als Zeigerarten

Der Naturschutz in Mitteleuropa sollte sich laut Biodiversitätskonvention vorrangig jenen Arten widmen, für die wir eine besondere Verantwortung haben, und die auf Grund ihrer speziellen Habitatansprüche gefährdet sind. Dies wird am Beispiel der artenreichen Familie der Laufkäfer und der Habitatgruppe der Buchen- und Schluchtwälder erläutert. Für die meisten Arten trifft eine der beiden Bedingungen "Verantwortung" und "Gefährdung" nicht zu.

Der Schluchtwald-Laufkäfer (Carabus irregularis) - ein Bewohner der Buchenwälder  (Foto: J.Hlasek) Der Schluchtwald-Laufkäfer (Carabus irregularis) - ein Bewohner der Buchenwälder (Foto: J.Hlasek)

Für viele Buchenwaldbewohner besteht durchaus eine besondere Verantwortung, da ihre Verbreitung auf Europa- oder sogar auf Mitteleuropa beschränkt ist. Die meisten dieser Arten sind aber nicht gefährdet, oder nur an ihrem Arealrand. Einige Buchenwald-Arten wie der Schluchtwald-Laufkäfer oder der Blaue Großlaufkaufkäfer haben jedoch auf Grund von Habitatveränderungen wie dem Verlust natürlicher, totholzreicher Laubwälder erhebliche Bestandseinbußen erlitten. Dem Schutz ihrer Habitate muss höchste Priorität eingeräumt werden.

Buchenwälder gelten hinsichtlich ihrer Artenvielfalt bekanntlich als artenarm und "langweilig“. Andererseits steht diese Gruppe von Lebensräumen spätestens seit Einführung der FFH-Richtlinie (1992) und zuletzt den Aktivitäten der 9.Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversität 2008 in Bonn oder die "Europäische Buchenwaldinitiative" zunehmend im Fokus des Naturschutzes. Schluchtwälder sollen hier ebenfalls einbezogen werden, denn diese Gruppe edellaubbaumgeprägter Wälder steht den Buchenwäldern in verschiedener Hinsicht sehr nahe. Gibt es mitteleuropäische Endemiten, die an Buchenund Schluchtwälder gebunden sind, welche Ansprüche stellen sie an ihre Habitate und wie steht es um sie?

Summary

According to the Convention on Biological Diversity, nature conservation in Central Europe should, above all, be extended to those species for which we have a particular responsibility and that are endangered due to their particular habitat requirements. We illustrate this with the example of the speciose family of ground beetles and the habitat groups of beech and ravine forests. For most species, one of the two conditions "responsibility" and "endangered" does not apply. However, for many inhabitants of beech woodlands, a particular responsibility does exist since their natural habitat is limited to Europe, or even Central Europe. Most of these species though are not endangered or only endangered at the outer limits of their distribution range. However, the numbers of some beech forest species including the ravine forest ground beetle or the large blue ground beetle have significantly diminished due to such changes in their habitats like the loss of natural deciduous forests rich in deadwood. Conservation of their habitats has to have highest priority.

Autor

  • Stefan Müller-Kroehling
    Mitarbeiter im Sachgebeit Naturschutz, Fachbereich Natur- und Artenschutz, Natura 2000 - Koordination, Waldökologie