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StMELFLWFWaldökologieNaturschutz → Mikrohabitate und Phasenkartierung als Kern der Biodiversitätserfassung im Wald
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Mikrohabitate und Phasenkartierung als Kern der Biodiversitätserfassung im Wald

Susanne Winter

Biodiversität und Waldstrukturen - Mikrohabitate schaffen Vielfalt

Zu Beginn standen die waldbaulichen, ökologischen und naturschutzfachlichen Erkenntnisse aus Naturwaldreservaten recht unverknüpft nebeneinander. Der global gesehen zunehmende Verlust sehr naturnaher Wälder und die damit verbundenen Veränderungen der Biodiversität wandelten die Forschung in den Naturwaldreservaten zunehmend zu einer ökosystemaren Forschung, in der unter anderem der naturnahe Waldbau auf ökologischer Basis wissenschaftlich begründet werden kann. Im Jahr 2008 stellen besondere Wuchsformen an Einzelbäumen (Mikrohabitate) und Waldentwicklungsphasen als Kerne der Biodiversitätsforschung einen neuen Schwerpunkt in der bayerischen Naturwaldreservatsforschung dar.

Sonderstrukturen in Buchenwäldern des nordostdeutschen Tieflandes

Die natürliche Biodiversität in Deutschland setzt sich aus den an die verschiedenen Waldgesellschaften vom Tiefland bis in die Alpen angepassten Pflanzen- und Tierarten zusammen. Neben dem Totholz stellen Mikrohabitate und die zeitlich-räumliche Waldstrukturentwicklung zwei weitere Schlüsselrollen der biologischen Vielfalt im Wald dar.

Mikrohabitate sind Veränderungen der Rinde, des Stammholzes oder der Kronenstruktur, die die Abwehr des Baumes schwächen und somit Mikroorganismen,Holzpilzen und Insekten ermöglichen, den Baum zu besiedeln. Mikrohabitate führen zu einer immensen Erhöhung der Biodiversität, aber langfristig auch zu einer voranschreitenden Veränderung der Holzstruktur und damit Einschränkung der holztechnischen Nutzbarkeit.

Summary

In the beginning, insights into forest nature reserves from the areas of silviculture, ecological and nature protection existed in an isolated fashion next to each other. The increasing loss, on a global scale, of forests that are still very natural and the changes in biodiversity that this brings about have turned research in forest nature reserves into research on ecosystems which can help provide scientific evidence and arguments for natural silviculture based on ecological principles. In 2008, research in Bavarian forest nature reserves has focused on particular growth patterns of individual trees (microhabitats) and forest development stages as central issues of research into biodiversity.

Autorin

  • Susanne Winter
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Geobotanik der TU München