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Staubsaugen für den Artenschutz

Heinz Bußler

Mit einer ungewöhnlichen Methode werden Eremiten und andere seltene Baumhöhlenbewohner schonend und zuverlässig erfasst

Viele überaus seltene Insektenarten führen in Höhlen alter Bäume ein Leben im Verborgenen. Diese Lebensweise erschwert die Erfassung und das Monitoring dieser Arten erheblich. Baumsteiger, ausgerüstet mit tragbaren Staubsaugern, saugten in zwölf bayerischen FFH-Gebieten den Inhalt der Mulmhöhlen von 241 Höhlenbäumen heraus und stellten ihn auf diese Weise der Wissenschaft zur Verfügung. Diese ungewöhnliche Methode ist außerordentlich erfolgreich. Von insgesamt 47 identifizierten Käferarten stehen 21 auf der Roten Liste für Deutschland.

Martin Högl (LWF) bei der »Hausarbeit« mit dem Rückenstaubsauger auf einer Alteiche (Foto: H. Bußler)

Der Eremit (Osmoderma eremita Scop.) ist eine prioritäre Art des Anhanges II der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und zugleich eine Flaggschiff- und Schirmart für die Xylobiontenfauna hohler Bäume (Ranius 2002). Die meisten Habitate dieser Arten finden sich heute in Kopfbäumen, ehemaligen Hutewäldern, Parkanlagen, Alleen und Solitärbäumen. Vorkommen außerhalb dieser Sondernutzungsflächen gelten als selten. Zum Beispiel findet sich der Eremit nur in einigen Regionen in mehr oder weniger naturnahen Wäldern. Die versteckte Lebensweise des Eremiten in hohlen Bäumen erschwert die Ersterfassung und das Monitoring der Art erheblich. Als Erfassungsmethoden werden bisher der Einsatz von Barberfallen (Ranius 2000, 2001; Ranius und Hedin 2001), Flugfensterfallen oder Sichtnachweise von Imagines zur Aktivitätszeit und die Suche nach Fragmenten und Kotpillen der Art am Fuß alter Bäume empfohlen (Müller 2001; Schaffrath 2003a). Alle diese Methoden lassen sich nur bei relativ niedrig liegenden Höhlen anwenden, die Erfassung wird vom Boden aus unmöglich, wenn sich die Höhlen zu weit oben im Baum befinden, der Mulm von der Höhlenöffnung aus nicht zu erreichen ist (Ranius 2000 und 2001; Ranius und Hedin 2001) oder nur sehr kleine Höhlenöffnungen vorhanden sind.

Autor

  • Heinz Bußler
    Mitarbeiter im Sachgebiet Naturschutz, Fachgebiet: Entomologische Artenbestimmungen, Spezialfragen xylobionte Käfer