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Die Bayerische Staatsforsten und Natura 2000

Alexander Schnell, Bayerische Staatsforsten

Forsteinrichtungsteam der BaySF, Forstbetrieb Rothenkirchen und Natura-2000-Kartierteam Oberfranken stellen erfolgreiche Zusammenarbeit unter Beweis

Mit dem FFH-Gebiet »Buchrangen und Spendweg« bei Lichtenfels befindet sich ein naturschutzfachlich äußerst wertvolles Kleinod in der Obhut der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Im Zuge der aktuellen Forsteinrichtungsplanung im Forstbetrieb Rothenkirchen bot sich erstmals die Möglichkeit, aktuelle Kartierergebnisse aus Natura-2000-Gebieten in die Forsteinrichtung zu integrieren. Dieser Vorgang erfüllte die Vereinbarung zwischen der Bayerischen Forstverwaltung und der BaySF über die Zusammenarbeit bei Natura 2000 mit Leben. Als Ergebnis präsentiert sich eine fundierte, von allen Beteiligten getragene, auf die herausragende Bedeutung des Waldgebietes zugeschnittene Planung.

Natura-2000-Kartierer und -Gebietsbetreuer, Forsteinrichter und Forstbetrieb diskutieren vor Ort die Maßnahmenplanung in einem ausgewählten Waldbestand. Natura-2000-Kartierer und -Gebietsbetreuer, Forsteinrichter und Forstbetrieb diskutieren vor Ort die Maßnahmenplanung in einem ausgewählten Waldbestand.

Mit sieben ständigen Mitarbeitern ist der Forsteinrichtungsteilbereich Nordbayern der Bayerischen Staatsforsten mit Sitz in Bayreuth für 20 Forstbetriebe zuständig. Neben der etwa alle zehn Jahre wiederkehrenden Forsteinrichtung ist der Teilbereich auch mit der Inventur und dem Naturalen Controlling betraut. Im Rahmen eines Sonderprogrammes werden in den Jahren 2006 bis 2009 veraltete bzw. auf Grund verschiedener Laufzeiten sehr uneinheitliche Betriebsplanungen aktualisiert, beispielsweise auch die für den Forstbetrieb Rothenkirchen. Zeitgleich mit der Forsteinrichtung bearbeitete auch das Regionale Kartierteam Oberfranken das Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Gebiet »Buchrangen und Spendweg«. Aus diesem Anlass wurde eine enge Zusammenarbeit bei der Beplanung des Gebiets vereinbart.

Forsteinrichtung und Naturschutz in der BaySF

Die Bayerischen Staatsforsten legten in einem Zehn-Punkte-Programm die naturschutzfachlichen Grundsätze ihrer Waldbewirtschaftung dar. Ein wesentlicher Punkt ist dabei das Biotopbaum- und Totholzkonzept sowie der Schutz alter, naturnaher Wälder. Hier kommt der Forsteinrichtung eine Schlüsselrolle zu, indem sie die ökonomische, ökologische und soziale Bedeutung der Waldbestände abwägt und dementsprechend plant. Während der Kartierarbeiten werden die naturschutzfachlich besonders wertvollen Waldflächen erfasst und naturnahe Wälder in drei Klassen eingeteilt. Je nach Klasse gelten gestaffelte Ziele bei der Totholz- und Biotopbaumanreicherung (Neft 2006). Darüber hinaus nehmen die Forsteinrichter die 13d-Bestände im Wald sowie naturschutzrelevante Offenlandflächen auf. Diese naturschutzfachlichen Planungen werden selbstverständlich auf der gesamten Staatswaldfläche durchgeführt und sind nicht nur auf Natura-2000-Gebiete beschränkt.

Autor

  • Alexander Schnell
    Forsteinrichter im Teilbereich Forsteinrichtung und Inventur am Standort Bayreuth der Bayerischen Staatsforsten.