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Das Naturwaldreservat Jachtal
Sven Finnberg
2003 wurde im Stadtwald Bad Windsheim der Kurzschröter Aesalus scarabaeoides, eine im Totholz lebende Hirschkäfer- und Urwaldreliktart, entdeckt. Im Wesentlichen dieser Fund veranlasste die Stadt, intensiv über die Einrichtung eines Naturwaldreservates zu diskutieren. 2005 wurde das 49 Hektar große Naturwaldreservat Jachtal ausgewiesen. Dieser ehemalige, seit etwa 30 Jahren nicht mehr genutzte Mittelwald mit seinen zahlreichen Laubbaumarten und unterschiedlichen Altersstrukturen gewährleistet die Biotoptradition. Oberstes Ziel des Naturwaldreservates ist der Artenschutz. Aber es ist auch in die Öffentlichkeitsarbeit eingebunden, um die Bürger insbesondere für Urwaldreliktarten und den Erhalt von Totholz als dringend benötigten Lebensraum zu sensibilisieren. Darüberhinaus ist ein Konzept zur Erhaltung und Erforschung der das Naturwaldreservat umgebenden historischen Kulturlandschaft geplant.
Die Stadt Bad Windsheim liegt an der Grenze zwischen Steigerwald und Frankenhöhe im westlichen Mittelfranken, einem der bayerischen Borkenkäferzentren. Sie hat 10.900 Einwohner. Im Rahmen der Eingemeindungen in den siebziger Jahren kamen zehn Ortsteile dazu, dort wohnen derzeit 2.200 Menschen.
Bad Windsheim ist die einzige Kurstadt in Mittelfranken. Im Jahre 2005 wurde ein Thermalbad eröffnet, die Wärme liefert ein Biomasse-Heizwerk. 2007 besuchten 330 000 Personen das Thermalbad, die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Die Zahl der Übernachtungen in Bad Windsheim und Umgebung stieg in den letzten Jahren sehr stark an. Als ehemalige Freie Reichsstadt besaß Bad Windsheim schon immer viel Wald. Die Eingemeindungen bescherten der Stadt weitere Flächen. Heute stehen 1.500 Hektar Wald in ihrem Eigentum. 97 Hektar Stadtwald gehören zum Naturschutzgebiet Gräfholz, 699 Hektar sind ehemalige oder noch aktive, als FFH-Gebiete ausgewiesene Mittelwälder.
Summary
In the town forest of Bad Windsheim, Aesalus scarabaeoides was discovered in 2003, a stag beetle and relict species of the primeval forest living in deadwood. It was fundamentally due to this discovery that the town started discussing the possibility of establishing a forest nature reserve. In 2005, the forest nature reserve Jachtal was inaugurated with an area comprising of 49 hectares. This former composite forest, which had fallen into disuse for about 30 years, provides for a traditional biotope, featuring deciduous tree species and various different age structures. The supreme goal of forest nature reserves is wildlife and plant protection. Public relation, however, plays a significant role, since citizens need to be made more aware of relict species of the primeval forest and the importance of protecting deadwood as a vital habitat. In addition, a concept is being developed for protection and research into the historical cultural landscape around the forest nature reserve.
Autor
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Sven Finnberg
Stadtförster von Bad Windsheim.
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