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Naturwaldreservate - Hotspots der Forschung, Biodiversität und Waldpädagogik

30 Jahre Naturwaldreservate in Bayern

Kurt Amereller und Markus Blaschke

156 Naturwaldreservate auf 6.600 ha Wald gibt es in Bayern - Wälder ohne direkte menschliche Eingriffe. Naturwaldreservate sind Urwälder unter den heimischen Wäldern und ermöglicht wichtige Einblicke in natürliche Waldprozesse. Naturwaldreservate sind so Keimzellen der Forschung für den naturnahen Waldbau, dienen der Sicherung der Biodiversität in den bayerischen Wäldern wit über das Jahr der Biodiversität hinaus und bieten einen idealen Raum für das Erleben von Wald und Wildnis im Rahmen der Waldpädagogik.
Mit einer zweitägigen Veranstaltung im Mai 2009 in Lohr am Main würdigte die Bayerische Forstverwaltung das dreißigjährige Bestehen der Naturwaldreservate in Bayern.

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) auf Totholz - Naturwaldreservate als Hotspots der Biodiversität (Foto: Tobias Bosch)

Die von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft veranstaltete Tagung "30 Jahre Naturwaldreservate in Bayern" gab einen Einblick über bisher erreichte Ziele für zahlreiche Naturwaldreservate und warf einen Blick auf zukünftige Aufgaben, die auf die Naturwaldreservate und die Wald-Forschung darin zukommen.

Vor 30 Jahren wies Bayern 135 Naturwaldreservate im Staatswald aus. Unterdessen bildern in Bayern über 156 Naturwaldreservate mit 6.600 Hektar ein flächendeckendes Netz dieser Urwald-Reservate. Seit 1999 stehen auch Wald-Flächen im Kommunalwald als Naturwaldreservate unter Schutz.
Direkte menschliche Eingriffe sind für Naturwaldreservate verboten. Ziel der Ausweisung zu einem Naturwaldreservat war zunächst, den Wald in seiner natürlichen Entwicklung zu erforschen und daraus Erkenntnisse für die naturnahe Waldbewirtschaftung zu gewinnen. Waldökologische Zielsetzungen traten schon sehr bald hinzu. Mit dem Klimawandel erhalten die Naturwaldreservate eine neue Qualität: Nirgendwo sonst lässt sich so gut beobachten, wie sich der Klimawandel auf den Wald und seine Baumarten auswirkt.

Anlässlich einer Veranstaltung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft an der Forstschule im unterfränkischen Lohr am Main wollten Entscheidungsträger, Waldbesitzer und Forstwissenschaftler Aufschluss geben über den Stand der Naturwaldreservate in Bayern und der Erforschung dieser kleinflächigen Urwald-Reservate weitergeht. Franz Brosinger vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte zunächst die drei wichtigsten Aufgaben der Naturwaldreservate heraus:
Sie sind Keimzellen der Forschung für den naturnahen Waldbau, dienen der Sicherung der Biodiversität in den bayerischen Wäldern und bieten einen idealen Raum für das Erleben von Wald und Wildnis im Rahmen der Waldpädagogik.
Angesichts der 156 Naturwaldreservate sah Brosinger als Zukunftsaufgabe nicht eine Erweiterung der Reservats-Fläche, sondern vor allem die qualitative Ergänzung der vorhandenen Naturwaldreservate um noch wenig repräsentierte Waldlebensräume und Baumarten.

Autoren

  • Kurt Ammereller
    Kurt Ammereller ist Sachgebietsleiter im Sachgebiet 4.1, Wissenstransfer und Waldpädagogik in der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Bayern (LWF)
  • Markus Blaschke
    Markus Blaschke ist Mitarbeiter im Sachgebiet 2.4, Naturschutz in der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Bayern (LWF)