Inhalt:
zurück zum Seitenanfang|
Natura 2000 – eine Gemeinschaftsaufgabe
Franz Bichlmeier und Wolfgang Sailer
Naturschutz- und Forstverwaltung knüpfen gemeinsam mit Landwirten und Waldbesitzern erfolgreich am Netz zum Erhalt des europäischen Naturerbes
Bayern hat elf Prozent seiner Landesfläche als Natura-2000-Flächen an die EU gemeldet. Die naturschonende Wirtschaftsweise der Landwirte und Waldbesitzer ermöglichte eine Ausweisung in dieser Größenordnung. Verantwortlich für Natura 2000 sind in Bayern die Naturschutz- und die Forstverwaltung. Gemeinsam setzen beide Verwaltungen Natura 2000 mittels Managementplänen praxisorientiert und im Dialog mit den Grundbesitzern um. Die Skepsis betroffener Grundeigentümer wurde ernst genommen und Auftaktveranstaltungen vor der Erstellung der Managementpläne sowie Runde Tische zur Information, Diskussion und Beteiligung eingerichtet. Seither ist die Akzeptanz für Natura 2000 gewachsen. Der eingeschlagene kooperative Weg ist geeignet, den notwendigen Ausgleich der Interessen von Mensch und Natur zu schaffen.
Die biologische Vielfalt steht heute höher auf der politischen Agenda der Europäischen Union als je zuvor. Bereits in der Erklärung von 2001 in Göteborg beschloss der EU-Umweltrat den Stopp des Verlustes der biologischen Vielfalt in der europäischen Gemeinschaft bis 2010. Mit einem Aktionsplan von 2006 gab die EU-Kommission auch konkrete Schritte zur Erreichung dieses Zieles vor. Die Vogelschutzrichtlinie von 1979 und die Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie aus dem Jahr 1992, die unter dem Namen Natura 2000 das bedeutendste Instrument der Europäischen Union bilden, dienen vor allem dazu, die biologische Vielfalt zu fördern bzw. zu erhalten. Derzeit umfasst das ökologische Netz europaweit circa 25.000 FFH- und Vogelschutzgebiete und damit 16,3 Prozent der terrestrischen Fläche der EU, dies entspricht circa dem 2,5-fachen der Fläche Deutschlands. Bayern leistet mit 745 Natura-2000- Gebieten (11,3 Prozent) in diesem Netz einen bedeutenden Beitrag, um das europäische Naturerbe für künftige Generationen in einem guten Zustand zu bewahren. Dank der naturschonenden Wirtschaftsweise der Landwirte und Waldbesitzer in diesen Gebieten war dieser Beitrag überhaupt möglich.
Links:
|