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Helfen Durchforstungen bei Trockenheit?
Timo Gebhardt, Thorsten Grams, Karl-Heinz Häberle, Rainer Matyssek, Christoph Schulz, Winfried Grimmeisen und Christian Ammer
Erste Ergebnisse eines Versuches zur Verbesserung der Wasserversorgung junger Fichtenbestände
Viel kann ein Waldbesitzer nicht tun, um angesichts der niederschlagsärmer werdenden Sommer jungen Fichtenbeständen zu helfen, die nächsten 30 bis 40 Jahre ohne große Trockenschäden zu überstehen. Eine naheliegende, bislang im Hinblick auf den Wasserhaushalt der Fichten aber kaum untersuchte Möglichkeit stellen Durchforstungen dar. Auch wenn es für ein abschließendes Urteil noch zu früh ist, deuten die ersten Ergebnisse eines entsprechenden Versuchs zumindest darauf hin, dass eine kräftige Durchforstung insgesamt entlastend auf den Wasserhaushalt der verbleibenden Bäume wirkt.
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Mit Sensoren zur Saftstrommessung ausgestattete Bäume auf der konventionell durchforsteten Fläche (Bild: T. Gebhardt) |
Trotz des von vielen Landesforstverwaltungen vorangetriebenen Umbaus von Fichtenreinbeständen in Mischbestände ist die Fichte (Picea abies) nach wie vor die mit weitem Abstand häufigste und ökonomisch wichtigste Baumart in Deutschland.
Angesichts der von der Klimaforschung prognostizierten drastischen Zunahme der Häufigkeit und Dauer von Trockenphasen dürfte der Anbau der Fichte risikobelasteter werden als heute. So muss nicht nur auf Standorten, auf denen die Wasserversorgung der Fichte bereits jetzt angespannt ist, mit einem deutlich erhöhten Ausfall von Bäumen oder dem Risiko des Befalls durch Sekundärschädlinge gerechnet werden.
Eine naheliegende Strategie, diesem Risiko zu begegnen, ist der Baumartenwechsel. Dieser kann sich jedoch angesichts der von der Fichte eingenommenen Fläche und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nur auf Teilbereiche erstrecken und muss sich zudem zunächst auf Bestände beschränken, die in absehbarer Zeit verjüngt werden.
Der hier vorgestellte, noch andauernde Versuch soll klären, inwieweit Durchforstungen in jungen Fichtenbeständen zu erhöhter Toleranz der begünstigten Auslesebäume gegenüber sommerlicher Trockenheit führen. Dies soll Aufschluss geben, ob absehbare Folgen des Klimawandels durch waldbauliche Maßnahmen abgemildert werden können und ob Zeit für den Umbau gefährdeter Bestände gewonnen werden kann. Durchforstung stellt die einzige unmittelbar mögliche Maßnahme dar, mit der Waldbesitzer in noch nicht zur Verjüngung anstehenden Beständen auf die veränderten Klimabedingungen reagieren können.
Weiterführende Links
Autoren
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M. Sc. Timo Gebhardt
Mitarbeiter am Lehrstuhl für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen der Georg-August Universität Göttingen
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PD Dr. Thorsten Grams
Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ökophysiologie der Pflanzen an der Technischen Universität München
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Dr. Karl-Heinz Häberle
Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ökophysiologie der Pflanzen an der Technischen Universität München
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Prof. Dr. Rainer Matyssek
Leiter des Lehrstuhls für Ökophysiologie der Pflanzen an der Technischen Universität München
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Christoph Schulz
Mitarbeiter in der Abteilung Waldbesitz, Beratung, Forstpolitik der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft
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Winfried Grimmeisen
Mitarbeiter in der Abteilung Boden und Klima der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft
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Prof. Dr. Christian Ammer
Professor am Lehrstuhl für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen der Georg-August Universität Göttingen
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