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Die Fichtengespinstblattwespe

Cephalcia abietis

Fichtengespinstblattwespe Nymphen Die Fichtengespinstblattwespe (Cephalcia abietis) im Nymphenstadium

Steckbrief Fichtengespinstblattwespe:

  • Ordnung: Hymenoptera = Hautflügler
  • Unterordnung: Symphyta = Pflanzenwespen
  • Familie: Pamphiliidae = Gespinstblattwespen
  • Gattung: Cephalcia = Fichtengespinstblattwespen
  • Art: Cephalcia abietis

Die Fichtengespinstblattwespe (Cephalcia abietis) hat in der Vergangenheit immer wieder zu starken Fraßschäden in Fichtenbeständen geführt. In Bayern befanden sich die Populationen seit mehr als 10 Jahren in der Latenz. 2009 deuteten die Ergebnisse der Winterbodensuche auf einen deutlichen Flug hin.

Überwinterung:

Als Nymphe (Ruhelarve) in der oberen Mineralbodenschicht.

Schwärmen:

Ab Mitte Mai bis Ende Juni. Die Männchen schwärmen bevorzugt in 1,5 Metern Bodenhöhe, während die Weibchen flügträge an Stämmen emporsteigen.

Eiablage:

An Nadeln des Vorjahres. Es werden 4 - 12 Eier an allen vier Seiten der Fichtennadel abgelegt. Insgesamt legt das Weibchen 80 - 120 Eier auf etwa 15 Nadeln ab.

Larvenfraß:

Dauer in etwa 6-8 Wochen. Die frisch geschlüpften Larven wandern zur Zweigbasis und umgeben sich dort mit einem leichten fädigen Gespinst. Das Gespinst füllt sich nach und nach mit Nadelresten, Kot und Häuten. Zwischen den Gewebesäcken werden Gespinströhren angelegt, so dass eine Art Gespinstkolonie entsteht.
Nach der letzten Häutung wird die Spinntätigkeit eingestellt.
Im August/September lassen sich die ausgewachsenen Afterraupen herabfallen und beginnen im Mineralboden eine Höhle anzufertigen in der sie ihre Diapause (Ruhephase) von i.d.R. 2-3 (6) Jahren vollzieht.

Verpuppung:

Im Frühjahr, ca. 2-3 Wochenund wird im Herbst durch das Pro-Nymphenstadium eingeleitet. Die männlichen Wespen schlüpfen zuerst.

Fichtengespinstblattwespe Fichtengespinstblattwespe (Quelle: Blickpunkt Waldschutz Nr.3 2010)

Schaden:

Besonders an 60 - 120jährigen Fichtenbeständen im Mittelgebirge.
Der Fraß beginnt im peripheren Kronenbereich und weitet sich von oben nach unten und von außen nach innen aus.
Maitriebe bleiben i.d.R. verschont, so dass die Kronen sich meist wieder begrünen können. Das Ausmaß des Nadelverlustes ist im Herbst am besten zu erkennen, wenn der Wind die alten Gespinste aus den Nadeln geblasen hat.

Beurteilung:

Zu den günstigsten Verbreitungsgebieten zählen Fichtenreinbestände in den Mittelgebirgen. Die Bedeutung ist trotz zeitweiser Massenvermehrungen nicht prioritär, kann aber Sekundärschädlinge begünstigen.

Prognose:

Wird über LWF durchgeführt.

  1. Kontrolle der Eigelegen unmittelbar nach dem Schwärmflug. Aussehen: 1,5-2 mm lange Eier in kleinen Gelegen.
  2. Larvenzählung (Afterraupen) nach Probefällungen im Frühjahr. Kritische Zahl: 5000-10000 in Abhängigkeit der Nadelmasse.
  3. Standard in Fraßgebieten: Ruhelarvenzählung nach Probegrabung im Herbst/Winter: Erst ab KW (43) 44 (wegen Entwicklung der Puppenaugen der Pronymphen) in Kronenprojektion einer Cephalicia-geschädigten Fichte 0,5 x 0,5 m bis Spatentiefe an 3 Kontrollpunkten/Waldorten. Kritische Zahl: 40-90 schlupfbereite Nymphen/m2 = 40% Nadelverlust, ab 100 qm hohe Larvendichte und erhebliche Fraßschäden. Ab 180 schlupfbereiten Nymphen/m2 = Kahlfraß.

Bekämpfung:

Mit Dimilin ab 180 Nymphen pro Quadratmeter.

Ausblick auf den Sommer 2010

Prognose aus: Blickpunkt Waldschutz – Bayerische Waldschutz Nachrichten Nr. 3 / 24. März 2010

Aufgrund des 3-jährigen Überliegens der nun im Boden liegenden Nymphen ist im Sommer 2010 nicht mit einem stärkeren Schwärmflug und Fraßgeschehen zu rechnen.

Weiterführende Informationen zum Thema Fichtengespinstblattwespe: