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Europa

Vorkommen des "Neuartigen Eschentriebsterben" in Europa

Seit Mitte der 1990er Jahre werden vor allem in den baltischen Staaten und in Polen Schäden an der Esche beobachtet. In Polen war bereits im Jahr 1998 die gesamte Landesfläche betroffen. In Litauen werden im Jahr 2002 über 30.000 ha als befallen gemeldet. In Schweden ist seit dem Jahr 2004 ein großer Teil des Südostens und des Südens infiziert. In Dänemark registriert man den Krankheitsverlauf seit dem Jahr 2003 bzw. 2004. In Österreich, wo die die ersten Schadmeldungen im Jahr 2006 eingingen, sind aktuell ca. 1500 ha (mit steigender Tendenz) betroffen. Im vergangenen Jahr erreichte der Erreger auch Slowenien (Bakys et al. 2008, AFZ 7/2009). Norwegen hat seit dem Jahr 2008 Quarantäne-, Beobachtungs- und Befallszonen im Zusammenhang mit dem „Neuartigem Eschentriebsterben“ eingerichtet und überwacht so das Inverkehrbringen, die Beförderung und das Verbringen von Pflanzen und Holz in den betroffenen Gebieten (JKI 2008). In der Schweiz wird der Krankheitsverlauf als auffallend, mit steigender Schadentwicklung beobachtet. Der Absterbeprozess scheint dort aber seit 2008 verlangsamt fortzuschreiten (AFZ 7/2009).

Aktuell tritt das Eschentriebsterben in 18 Europäischen Staaten auf und ist damit in gesamt Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet (EU-Länder mit Chalara fraxinea Meldungen: Estland, Litauen, Lettland, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn)

Deutschland

Seit dem Jahr 2002 werden die Symptome des "Neuartigen Eschentriebsterbens" im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland beobachtet. Im Jahr 2007 wurde C. fraxinea erstmals in Deutschland nachgewiesen.

Derzeit wird in allen Bundesländern intensiv nach dem Pilz C. fraxinea gesucht. In den nördlichen, östlichen und südlichen Teilen der Bundesrepublik konnte der Pilz nachgewiesen werden.

Die Bundesländer Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verzeichnen seit dem Jahr 2008 einen stetig steigenden Befall. Schleswig-Holstein meldet einen schnell ausbreitenden Befall seit drei Jahren, aktuell werden 200 ha als infiziert eingestuft. Der Krankheitsfortschritt kann dort bis zur Bestandesauflösung beobachtet werden. In Mecklenburg-Vorpommern wird seit dem Jahr 2005 der Anbau auf landeseigenen Flächen untersagt. Derzeit werden 4200 ha als erkrankt gemeldet. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde C. fraxinea an Eschenjungpflanzen in Ostwestfalen nachgewiesen. In Brandenburg werden die neuartigen Triebschäden nahezu flächendeckend gesichtet, wenn auch mit einer unterschiedlichen Intensität in den verschiedenen Beständen. Thüringen meldet, das die Erkrankung in der gesamten Nordhälfte flächig aufzutreten scheint. In Sachsen werden seit dem Jahr 2007 mehrere Fälle dokumentiert. In Bayern liegen Meldungen aus allen Landesteilen vor. Baden-Württemberg meldete bis April 2009 keine akute Gefahr für seine Waldflächen. Inzwischen ist der Erreger auch hier in 28 Standorten (15 verschiedener Stadt- und Landkreise) mit Schwerpunkt in der Rheinebene und im Neckarland nachweisbar.

Im Bundesland Rheinland Pfalz wird derzeit einem Hinweis auf den Erreger C. fraxinea nachgegangen.

Literatur: AFZ 7/2009 und aktuelle Waldschutzinfoblätter der Bundesländer

Bayern

Lage der untersuchten Standorte zum "Neuartigen Eschentriebsterben" in Bayern

Erste Hinweise auf das mögliche Auftreten des "Neuartigen Eschentriebsterbens" in Bayern bestehen seit dem Spätsommer/Herbst 2008. Im November 2008 startete die LWF eine Umfrage zum "Vorkommen der Symptomatik in Bayern" bei den Ämtern für Landwirtschaft und Forsten und den Forstbetrieben der BaySF.

Gleichzeitig kontaktierte die LWF, ausgehend von Beratungsfällen aus der Vergangenheit mit ähnlicher Symptomatik, die verschiedenen Waldbesitzer.

Seit Dezember 2008 werden die gemeldeten Schadflächen begangen und auf Symptome des Eschentriebsterbens untersucht. Krankheitsverdächtiges Pflanzenmaterial wird aus den Beständen entnommen und im Labor auf den Erreger der Symptome untersucht. Bis zum August 2009 konnten zahlreiche Nachweise von C. fraxinea erbracht werden (Karte). Im Dezember 2008 gab die LWF einen Blickpunkt Waldschutz zur Information über das neuartige Krankheitsphänomen heraus.