Inhalt:
zurück zum Seitenanfang|
Eschentriebsterben

Durch Eschentriebsterben auffällig verfärbte Rindennekrosen an erkrankten Eschen (Foto: Dr. J. Schumacher, JKI)
Das Eschentriebsterben
Der Gemeinen und Schmalblättrigen Esche setzt zur Zeit ein Pilz zu, dessen pathogene Lebensweise bislang unbekannt war. Erste Meldungen über größere Schäden an Eschen erfolgten bereits Anfang der 90er Jahre aus dem Baltikum und Polen. Die auffälligen Triebschäden an der Esche sind mittlerweile in ganz Nord- und Mitteleuropa zu beobachten.
Auf der Suche nach den Ursachen des Eschentriebsterbens wurde im Jahr 2006 in Polen ein neuer Gefäßpilz an den erkrankten Eschen entdeckt. Seither wird dieser Pilz in zahlreichen Ländern Mittel- und Nordeuropas an triebgeschädigten Eschen nachgewiesen. Für Deutschland erfolgte der Erstnachweis des Krankheitserregers im Jahr 2007.
Während der Verursacher der Schäden durch jüngste Forschung als Hymenoscyphus albidus (Weißes Stengelbecherchen) mit der neu entdeckten Nebenfruchtform Chalara fraxinea identifiziert ist, besteht weiterhin Forschungs- und Informationsbedarf zu dessen Infektionsstrategie sowie möglichen Gegenmaßnahmen.
Typische Krankheitsmerkmale des Eschentriebsterbens
Als typische Krankheitsmerkmale des Eschentriebsterbens treten an Eschen aller Altersstufen und auf unterschiedlichen Standorten auffällige Triebschäden auf. Diese sind gekennzeichnet durch kupferrötliche bis ockergelbliche Rindenverfärbungen ohne Schleimfluss.
Unterhalb der abgestorbenen Eschenrinde (im Querschnitt gut sichtbar) ist in den Trieben eine schwach bräunliche bis braunschwarze Holzverfärbung zu beobachten. Im Sommer (etwa ab Mitte Juni) sind plötzlich auftretende Welkeerscheinungen des Eschen-Leittriebes an Jungpflanzen sowie eine Kronenverlichtung und vorzeitiger Blattfall an Altbäumen sehr auffällig. Nach dem Zurücksterben des Leittriebes bzw. der jüngsten Verzweigung folgt meist ein vermehrter Neuaustrieb, welcher zu einer Verbuschung und veränderter Verzweigungsstruktur in der Eschenkrone führt.
Ein fortgeschrittenes Stadium führt zum Absterben ganzer Kronenteile oder der Esche in ihrer Gesamtheit ab.
Der Krankheitsprozess verläuft bei Jungpflanzen schneller als bei Altbäumen. Die geschwächten Pflanzen werden meist noch von Folgepilzen über das abgestorbene Rindengewebe besiedelt, wodurch häufig Rindenrisse oder eingesenkte Rindenpartien ("Rindenbrand") entstehen.
Hintergrundinformationen zum Eschentriebsterben
|