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Eichhörnchen
Aussehen:
Das Eichhörnchen ist oberseits fuchsrot bis dunkel schwarzbraun, unterseits ist es scharf abgegrenzt weiss. Es wird etwas 20 – 25 cm groß und hat eine Schwanzlänge von 16 – 20 cm.
Habitat:
Das Eichhörnchen lebt in trocken, schattigen hochstämmigen Wäldern, aber auch in Feld-gehölzen und Parks. Vorwiegend kommt es im Flachland und Mittelgebirge vor. Es ist aber auch im Hochgebirge über 2000 m zu finden.
Nahrung:
Das Eichhörnchen ernährt sich von Knospen, Blüten, Samen, Trieben, Rinde und Saft der Bäume (hier v.a. von Birken, Ahorn, Eichen). Die Samen holt es sich aus den Zapfen der Nadelbäume, sogar von der Eibe. Hasel- und Walnüsse stehen ebenfalls ganz oben auf der Speisekarte. Zu dieser gehören auch Pilze, verschiedenste Beeren und Früchte. Das Eichhörnchen sucht die Bäume im jahreszeitlichen Wechsel auf und erntet sie mehr oder weniger gründlich ab. Dabei geht es mit der Nahrung sehr großzügig um. An tierischer Nahrung verzehren sie Schnecken, Ameisenpuppen, Insekten und deren Larven, Vogeleier und Jungvögel. Die Nahrungswahl geht meist auf individuelle Erfahrungen und Lernen von den Elterntieren zurück. So wird das Schälen der Bäume wird von den jungen Tieren abgeschaut.
Vorratsanlage:
In Zeiten mit reichlich Nahrung verstecken sie Zapfen, Nüsse, Sämereien oder Pilze an verschiedenen Stellen in der Erde, v.a. am Fuß von Bäumen, in Baumlöchern oder leeren Vogelnestern. Im Winter können sie die Vorratslager unter einer Schneedecke von bis zu 30 cm wittern. Auf diese Weise werden die meisten Vorräte wiedergefunden, der Rest bleibt in der Erde. So tragen die Eichhörnchen wesentlich zur Ausbreitung von Pflanzen bei.
Lebensweise:
Das Eichhörnchen ist tagaktiv und hält keinen richtigen Winterschlaf. Es verlässt das Nest aber nur, wenn der Hunger zu groß wird. Die Fortpflanzungsaktivität ist stark vom Nahrungs-angebot abhängig, frei nach der Regel: viel Nahrung = viele Nachkommen. Wenn es im darauffolgenden Jahr wenig Nahrung gibt, kommt es zu großen Wanderbewegungen. Diese verlaufen in gleichen Abständen wie die Zyklen der Samenjahre der Nadelbäume; bei uns alle 3 – 5 Jahre. In einer Höhe 5 bis 15 m bauen die Eichhörnchen in Astgabeln alter Bäume ihre überdachten Nester, die sogenannten „Kobel“, aus Reisig und Moos. Aus Bequemlichkeit bauen sie gern größere Vogelnester um, v. a. von Krähen. Oder sie wohnen in Starenkästen, Baumhöhlen bzw. auf Dachbalken. Oft nutzen sie mehrere Nester gleichzeitig zum Schlafen oder Verstecken, nur im Hauptnest werden die Jungen aufgezogen. Männchen und Weibchen leben in getrennten Revieren und kommen nur zur Paarungszeit kurz zusammen. Danach werden die Weibchen wieder unverträglich gegenüber den Männchen und vertreiben sie aus ihren Revieren! Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, in günstigen Jahren schon im Januar. Die Eichhörnchen können 2 (– 5) Mal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die Anzahl der Jungen schwankt zwischen 3 und 8. Meist sind es 5 und typische Nesthocker. Die Jungensterblichkeit ist recht hoch. Nur 20 – 25 % werden 1 Jahr alt.
Schäden:
Schäden treten meist gehäuft an einem Baum oder einer Baumgruppe auf. Der Nachbarbestand ist kaum oder gar nicht betroffen.
1. Schälen der Rinde
Die Art von Schaden findet sich hauptsächlich an Stämmchen jüngerer Bestände, wo die Rinde noch dünner ist oder an Ästen. Das Schälen dient neben der Nahrungs-aufnahme (Kambium) auch dazu, an den Baumsaft zu gelangen. Dabei wird aber nur das Kambium verzehrt, die Rinde an sich bleibt liegen. Bevorzugt werden Lärchen, Dgl., gefolgt von Kie, Ta, Fi, Bu, HBu, As, Ei, Bi. Im Gipfelbereich ringeln sie oft 1- 2 m vollkommen. Die Wipfel sterben dann von oben her ab. In 2 –3 m Höhe finden sich oft plätze- oder streifenweise Schälstellen. Ist die Größe etwa nur handbreit und nicht stammumfassend, sind die Schäden meist gut ausheilbar. Sie stellen aber Eintritts-pforten für Sekundärschädlinge dar. Diese Schäden treten meist im Sommer auf. In Jungbeständen konzentrieren sie sich vor allem am Rand zum Altholz hin. So müssen die Eichhörnchen nicht das schützende Altholz länger verlassen.
2. Abbeißen von Trieben und Aushöhlen von (v.a. männlichen) Blütenknospen und vegetativen Endknospen
Für das Abbeißen von Trieben und Aushöhlen von Knospen bevorzugen Eichhörnchen Fichten und Tannen, hier v.a. gut besonnte Knospen und Kronenteile. Besonders in langen und schneereichen Wintern, wenn sie nicht an ihre Vorräte kommen, sind v.a. abgebissene Triebe häufig zu beobachten.
Dies dient aber nur z.T. zur Nahrungsaufnahme. Gerade „Jugendliche“ Eichhörnchen beißen die Triebe zum Spiel und Aggressionsabbau ab. Bei älteren Bäumen fällt der Schaden kaum ins Gewicht. Bei jungen Bäumen kann er starke Schäden hervorrufen, da die Bäumchen dann oft durchgenagt werden.
3. Verzehr von Samen
Der Verzehr von Samen ist für den Bestand nicht schädlich. Nur mancher Gärtner oder Nusssammler ärgert sich über die „verlorenen“ Köstlichkeiten.
Schadensvermeidung
Eine Bekämpfung ist ausgeschlossen, da die Eichhörnchen zu den „besonders geschützten Arten“ des Anhang I der Bundesartenschutzverordnung zählen. Schutzmaßnahmen scheitern meist an der Aus- bzw. Aufbringung in der Schadenshöhe. Eine Möglichkeit ist Aufbringung repellent wirkender Mittel. Diese wirken jedoch nur temporär und bieten keinen 100 % Schutz.
Natürliche Feinde:
Zu den natürlichen Feinden gehören Baummarder und Greifvögel.
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