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Asiatische Ulmenblattwespe erstmals in Bayern nachgewiesen

Julia Zeitler

Sind die eingeschleppten Blattwespenraupen eine Bedrohung für Ulmenbestände?

Im Herbst 2011 wurde bei Passau die Larve eines Schädlings gefunden, der bisher in Deutschland noch nicht aufgetreten war: die Ulmenbürstenhornblattwespe Aproceros leucopoda (Kraus et al. 2011). Diese Ulmenblattwespe ist als invasive Art eingestuft und von der Europäischen Pflanzenschutzorganisation (EPPO) in die Liste der gefährlichen Arten (Alarmliste) aufgenommen worden. Aus unseren Nachbarländern ist bekannt, dass sie alle in Europa heimischen Ulmenarten befällt. Die Schäden treten unabhängig von Alter und Standort auf. Inwieweit dies auch für bayerische Verhältnisse gilt, wird sich zeigen, sobald der Schädling sich weiter verbreitet, was durchaus befürchtet werden muss.

Larvenfraß der Ulmenbürstenhornblattwespe Typischer, anfangs zickzack-förmiger Larvenfraß der Ulmenbürstenhornblattwespe (Foto: www.forestryimages.org, G. Csoka)

Ursprünglich stammt die Ulmenbürstenhornblattwespe (hier kurz »Ulmenblattwespe« genannt) aus Ostasien. Die Ulmenblattwespe wurde in Osteuropa (Ungarn, Rumänien, Polen) bereits ab dem Jahr 2003, in Österreich 2009 nachgewiesen. Nachweise ihres Vorkommens gibt es auch aus Italien, Serbien, der Slowakei, der Ukraine und Russland.

Die Ulmenblattwespe ist eine Pflanzenwespe aus der Familie der Bürstenhornblattwespen (Argidae). Sie gehört nicht zu den Echten Blattwespen, wie zum Beispiel unsere heimische Kleine Fichtenblattwespe Pristiphora abietina. Die Imago ist bräunlich und hat weißliche Beine, was auch namengebend für die wissenschaftliche Bezeichnung leucopoda (lat. weißfüßig) war. Die Larve ist hellgrün, mit braunen Streifen auf den Kopfseiten. Der Erfolg der Art gründet sich neben weiteren Faktoren auf ihrer ungeschlechtlichen Vermehrung, d.h. das Weibchen braucht keine Männchen zur Befruchtung (Parthenogenese). Es werden vier Generationen im Jahr ausgebildet. Der gesamte Zyklus von der Eiablage bis zum Schlüpfen der Imagines dauert vier Wochen. Die Weibchen legen die Eier an den Blatträndern der Ulmen ab. Das erste Larvenstadium tritt ab Mitte Mai auf. Es gibt sechs Larvenstadien, die in zwei bis drei Wochen ihre Entwicklung durchlaufen. Im letzten Stadium verpuppt sich die Larve in einem lose gesponnenen, netzartigen Sommerkokon, der an der Unterseite des Blattes befestigt ist. Im Gegensatz dazu findet man kompakte, dickwandige Kokons im Boden und in der Laubstreu als Überwinterungskokons. Die Imagines schlüpfen kontinuierlich von Frühling bis Herbst.

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Autoren

  • Julia Zeitler
    Mitarbeiterin in der Abteilung Waldschutz - Fachbereich: Borkenkäfermonitoring, Mäuse und forstschädliche Kleinsäuger, Rodentizide, Meldewesen, allg. Monitoring