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Klimaänderung und Forstschädlinge (KLIP1)
Forschungsprojekt zum Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Veränderungen bei Forstschädlingen
| Status: |
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| Laufzeit: |
01.08.08 - 31.12.11 |
| Projektleiter: |
Hannes Lemme (AP1 und AP4), Dr. Ralf Petercord und Dr. Dr. Gabriela Lobinger (AP 2), Dr. Tobias Erven (AP 3), Dr. Monika Konnert (AP 5) |
| Bearbeiter: |
Martina Weber, Dr. Elfriede Feicht, Claus Brück-Dyckhoff, Berta Pöllner |
| Finanzierung: |
LWF-SG 3.1 |
Projekt-Beschreibung

Junge Eichenprozessionsspinnerraupen - Der Eichenprozessionsspinner ist einer der Forstschädlinge, die vom Klimawandel profitieren (Foto: F. Lübke, AELF Fürth)
Steigende Temperaturen im Klimawandel können zu einem vermehrten Schädlingsbefall und einem veränderten Artenspektrum führen. Wie Baumarten reagieren auch Insekten und Pilze nicht einheitlich, sondern artspezifisch auf die Klimaerwärmung. Forst-Wissenschaftler rechnen dabei nicht nur mit abgewandeltem Verhalten bereits bekannter Schädlings-Arten, sondern auch mit schädlichem Auftreten bisher unkritischer, einheimischer Arten sowie mit einwandernden Schadorganismen für den Wald.
In dem Projekt "Klimaänderung und Forstschädlinge" werden von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft die Populationsdynamik wärmeliebender Schädlingsarten erforscht, das Monitoring etablierter und neuer Arten von Forstschädlingen weiterentwickelt sowie Strategien zur Vorsorge und Bekämpfung erarbeitet. Die Forschungsergebnisse münden in praxistaugliche Handlungsempfehlungen, Newsletter und internetgestützte Informationsplattformen für Waldbesitzer und Forstpraktiker. Bereits heute können Beratungsförster und Waldbesitzer auf ein internetgestütztes Informationssystem zum Borkenkäfer zugreifen.
Besonderes Augenmerk gilt auch den aktuell im Wald in Erscheinung tretenden pilzlichen Schaderregern wie dem "Eschentriebsterben" oder den Komplexerkrankungen an Buche und Eiche. In einem Arbeitspaket untersucht das ASP mögliche Unterschiede in der Anfälligkeit bei verschiedenen Eschenherkünften. Dabei werden modernste genetische Untersuchungen am ASP durchgeführt.
Überwachungssysteme für Forstschädlinge - Arbeitspaket 1
Im Arbeitspaket 1 werden effiziente Überwachungssysteme für relevante Forstschädlinge und ein zeitnaher Informationstransfer über Gefährdungssituationen an alle Waldbesitzer entwickelt. Damit sollen Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden, die den sich mit der Klimaerwärmung veränderten Anforderungen an den Waldschutz gerecht werden.
Verbreitung und Populationsdynamik wärmeliebender Forstschädlinge - Arbeitspaket 2
Forschung zu relevanten Faktoren wie Witterung, Standort, Bestandesparametern und zugehörige Biozönose.
Im Rahmen dieses Arbeitspaketes beziehen sich die Forschungsarbeiten in einer ersten Phase auf die wärmegetönten Regionen Frankens und den Schädlingskomplex an der Eiche. Eine Pheromonprognose bei Eichenprozessionsspinner wird entwickelt. Prachtkäferarten und im Zuge des Klimawandels neu auftretende Borkenkäfer werden im Zusammenhang mit den an den Wirtsbaumarten vorkommenden Schadkomplexen erforscht.
Dem Buchenprachtkäfer wird im Hinblick auf das aktuell zu beobachtenden Schadgeschehen bei der Rotbuche eine besondere Bedeutung beigemessen. Dabei soll die räumliche Verbreitung des Befalls, dessen auslösenden Faktoren, die Dynamik des Befallsverlaufs sowie das Auftreten von Folgeschäden auf den Betrachtungsebenen Landschaft, Bestand und Einzelbaum analysiert werden. Kooperationspartner dieser Untersuchung sind die TU München und die Universität Sopron (Ungarn).
Klimafolgen und Pilzliche Forstschädlinge - Arbeitspaket 3
Hierbei bildet das Eschentriebsterben einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt.
Gesicherte Informationen zum Vorkommen zur Ausbreitungsstrategie, und zur Krankheitsdynamik des Eschentriebsterbens in Bayern sollen auf der Grundlage von waldkundlichen und standörtlichen Untersuchungen Erkenntnisse gewonnen werden, aus denen Managementstrategien zur Eingrenzung und Vorbeugung der Erkrankung abgeleitet werden können. Untersuchungen zu Hallimasch, dem Kieferntriebsterben sowie Risikotrendabschätzungen zu pilzlichen Schaderregern an neuen künftig verstärkt angebauten Baumarten werden durchgeführt. Kooperationspartner sind beim Eschentriebsterben das JKI und das BFW Wien.
Evaluierung von Waldschutzkonzepten im Klimawandel - Arbeitspaket 4
Im Arbeitspaket 4 werden wegen der Veränderungen der Waldschutzrisiken in Folge des Klimawandels die bisher verwendeten Managementmaßnahmen überprüft und angepasst sowie neue Strategien und Behandlungskonzepte für neuauftretende Forstschädlinge ebenso wie für nicht einheimische Baumarten entwickelt.
Zusammenhang zwischen Krankheitsbefall und Baumarten-Herkunft bzw. Genotyp - Arbeitspaket 5
Arbeitspaket 5 befasst sich mit der Klärung eines eventuellen Zusammenhangs zwischen Krankheitsbefall und Herkunft bzw. Genotyp. Dazu soll am Bayer. ASP Teisendorf genetischen Unterschieden zwischen Eschenbeständen in Bayern und Deutschland , aber auch zwischen einzelnen befallenen und nicht befallenen Individuen nachgegangen werden. Zudem soll versucht werden, eine Methode zur Erkennung des Pilzbefalles durch genetische Marker zu etablieren. Dazu werden befallene und nicht befallene Pflanzenproben mit universellen und pilzspezifischen DNA-Markern vergleichend untersucht.
Links und Hintergrundinformationen
Projektleitung und Projektmitarbeiter/-innen:
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