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Waldschutzsituation in Schutzgebieten – Folgerungen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
Ralf Petercord
Bedeutung des integrierten Pflanzenschutzes in Zeiten des Klimawandels
Pflanzenschutzmaßnahmen in Wirtschaftswäldern stoßen in der Gesellschaft häufig auf Unverständnis. In Schutzgebieten wird auf aktive Pflanzenschutzmaßnahmen verzichtet, so dass die Selbstheilungskraft der Natur beobachtet werden kann. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind ausgesprochen lehrreich für den Umgang mit forstlichen Schadorganismen gerade in Zeiten des Klimawandels.
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Nach Borkenkäferbefall abgestorbene Hochlagen-Fichtenwälder am Dreisessel. (Foto: R. Petercord) |
Die Wälder Deutschlands sind keine Urwälder, vielmehr handelt es sich um vom Menschen gestaltete Sekundärwälder, die der Mensch in den vergangenen zwei Jahrhunderten mit seiner modernen Forstwirtschaft zu Wirtschaftswäldern geformt hat und seit dieser Zeit intensiv, aber geregelt nutzt. Die Idee einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung (Carlowitz 1713) entstand im Zeitalter der Aufklärung unter dem Eindruck einer Holznot, die aus der mittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen
Exploitations-Wirtschaft resultierte. Erst mit der Energiewende vom Holz als dem seinerzeit einzigen verfügbaren Energieträger zu fossilen Brennstoffen und mit der Ablösung der alten
Waldnutzungsrechte konnte im 19. Jahrhundert mit der Wiederaufforstung der devastierten Wälder begonnen werden.
Diese Wiederaufforstung, die auch als Rettungsmaßnahme verstanden werden kann, erfolgte zumeist staatlicherseits - häufig auch gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung. Zum Einsatz kamen schon aus rein forstpraktischen Gründen Kiefern und Fichten. Beide Baumarten sind relativ anspruchslos und damit für den Anbau auf devastierten Böden bestens geeignet bzw. alternativlos, fruktifizieren häufig, haben leichtes und damit gut transportierbares sowie problemlos lagerbares Saatgut und zeigen ein gegenüber den Laubbaumarten schnelleres Wachstum. Es ist also leicht erklärlich, dass diese Baumarten noch heute das Waldbild dominieren. In Bayern beträgt ihr Anteil an der Gesamtwaldfläche 64 Prozent (BMELV 2002).
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