Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LWF - Logo mit Link zu Startseite| Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWFWaldbewirtschaftungWaldschutz → Eschentriebsterben - Möglickeiten für Behandlungsmaßnahmen
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Eindämmung des Eschentriebsterbens

Heike Lenz, Berta Pöllner, Ludwig Straßer, Alexandra Nannig und Ralf Petercord

Waldschutzexperten der LWF suchen nach geeigneten Behandlungsmaßnahmen gegenüber der eschenspezifischen Pilzerkrankung

Die Bekämpfung des »Falschen Weißen Stengelbecherchens« bzw. eine praxistaugliche Behandlung befallener Eschenbestände erweist sich auf Grund der erfolgreichen Ausbreitungs- und Infektionsstrategie des Pilzes als äußerst kompliziert. Der Pilz erzeugt eine hohe Anzahl infektiöser Sporen über einen langen Zeitraum und verursacht somit in den Eschenbeständen einen hohen Infektionsdruck. Nach erfolgter Infektion wächst der Erreger rasch ins Holzgewebe ein und ist auf diese Weise vor äußeren Behandlungsmaßnahmen geschützt. Versuchsansätze sind gezielt darauf ausgerichtet, den Infektionsdruck in den Beständen zu senken, potentiell resistente Eschen weiter zu erhalten sowie eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Grafik mit Anteil resistenter Eschen in Versuchsflächen Prozentualer Anteil an »resistenten« Eschen in 20 Versuchsbeständen, die in dem Zeitraum 2009-2011 der Vitalität 0 bis 1 und im Jahr 2011 der Vitalität 0 zugeordnet werden konnten. Die rote Linie markiert den Mittelwert der Bäume der Vitalität 0 im Jahr 2011.

Nach dreijähriger Bonitur von über 1.000 Eschen in bayernweit eingerichteten Versuchsflächen konnte eine deutliche, standorts- und altersunabhängige Vitalitätsabnahme über die Zeit nachgewiesen werden. Die Infektion mit dem »Falschen Weißen Stengelbecherchen« (Hymenoscyphus pseudoalbidus) und seiner Nebenfruchtform Chalara fraxinea führte im Jahr 2011 beispielsweise zu einem Absterben von 20 Prozent der im Stangenholz befindlichen Eschen.
Trotzdem wurden selbst in Beständen mit hohem Infektionsgrad potentiell resistente oder tolerante Individuen gefunden. Die Anzahl gesunder Bäume lag im Jahr 2011 gemittelt für 20 Versuchsbestände bei sechs Prozent, dabei fiel die Zahl in den Jungbeständen mit unter drei Prozent deutlich geringer aus als in Stangen- und Altholzbeständen mit
sechs bzw. zehn Prozent.

Die weitere Entwicklung dieser Eschen bei gleichbleibendem Infektionsdruck wird in den folgenden Jahren Aufschluss über eine tatsächlich vorhandene Resistenz geben. Diese Bäume gilt es dann gezielt zu fördern, um Samen zur Erzeugung resistenter Nachkommen zu gewinnen. Da die Resistenzüberprüfung langwierig ist und ein Fortbestehen der Resistenz durch weitere Anpassungen des Pilzes nicht gewährleistet werden kann, müssen Behandlungsmaßnahmen entwickelt werden, die zum Erhalt der Eschen beitragen sollen. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

Weiterführende Links

Autoren

  • Dr. Heike Lenz
    Mitarbeiterin in der Abteilung Waldschutz
    Fachbereich: Projekt Eschentriebsterben KLIP 1
  • Berta Pöllner
    Mitarbeiterin in der Abteilung Waldschutz
    Fachbereich: Projekt Eschentriebsterben KLIP 1
  • Ludwig Straßer
    Mitarbeiter in der Abteilung Waldschutz
    Fachbereich: Pilzliche Schaderreger im Wald und an Waldbäumen, Beratungstätigkeiten bei Waldschutzfragen Koordination und Organisation überregionaler Prognosearbeiten, Organisation und Durchführen von Bekämpfungsaktionen
  • Alexandra Nannig
    Mitarbeiterin in der Abteilung Waldschutz
    Fachbereich: Phytopathologischer Beratungsdienst
  • Dr. Ralf Petercord
    Leiter der Abteilung Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft