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Waldschutz - Forstschädlinge bestimmen, Risiko einschätzen, Bekämpfungsstrategien entwickeln
Waldschutz ist nicht gleichzusetzen mit "Chemie im Wald"
Erfolgreicher Waldschutz beginnt bereits bei der Vorsorge und geschieht durch den Aufbau möglichst gemischter naturnaher Wälder. Durch ein umfassendes "Frühwarnsystem" kann der Waldschutz Risiken rechtzeitig erkennen und sachgerecht einschätzen.
Nur wenn andere, mildere Maßnahmen im Waldschutz nicht möglich sind oder nicht ausreichen und ganze Waldbestände bedroht sind, können auch Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen - praktisch als "ultima ratio".
Nicht nur wir Menschen brauchen und schätzen den Wald als Erholungsraum, Rohstofflieferant und Schutzwald gegen Lawinen, Muren und Hochwasser. Für zahllose Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ist der Wald der Lebensraum, der ihnen Nahrung, Wohnung und Schutz bietet.
Und Bäume - Wurzeln, Holz, Rinde und Blätter - sind für viele Arten ein besonderer Leckerbissen, nicht immer zur Freude des Menschen. Ein Ein Interessenskonflikt, den der Waldschutz aufzulösen muss.
Ziel von Waldschutz-Maßnahmen ist es dabei, den Wald gegen schädigende biotische und abiotische Einflüsse in seiner Substanz und in seinen jeweiligen Funktionen, einschließlich der Holzproduktion, zu bewahren, ohne in die natürlichen Abläufe und in den Naturhaushalt des Waldes über Gebühr einzugreifen. Waldschutz orientiert sich hier eng am "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit", das heißt, alle Maßnahmen müssen zugleich geeignet, erforderlich und angemessen sein.
Wald und Waldschutz im Klimawandel
Die Waldschutz-Situation in den bayerischen Wäldern ist angespannt. Neben einer Vielzahl alter und neuer Schädlinge bereiten dem Waldschutz Trockenheit und Dürre infolge des Klimawandels Sorgen, der die Abwehrkräfte der Bäume schwächt und wärmeliebende Insekten und Pilze fördert.
Das parasitische Verhalten bisher unauffälliger Pilzarten wie z.B. das seit einigen Jahren intensiv auftretende Eschentriebsterben zeigt, wie schnell gerade Pilze als neue Schaderreger für den Waldschutz relevante Bedeutung erreichen können. Auch wärmeliebende Forstinsekten beschäftigen den Waldschutz immer stärker. So tritt der insbesondere der Eichenprozessionsspinner mit den gesundheitsschädlichen Brennhaaren seiner Raupen vermehrt in Erscheinung.
Auch die Globalisierung bringt Gefahren für unsere Wald und Waldschutz. Gerade mit Verpackungsmaterial aus Holz werden immer wieder fremde Arten eingeschleppt, die die Waldschutz-Spezialisten beschäftigen.
So machten in den letzten Jahren der Kiefernholznematode in Portugal, der Asiatische Laubholzbockkäfer in Mitteleuropa und der mittler- weile in Norditalien etablierte Citrusbockkäfer von sich reden. Diese EU-Quarantäneschädlinge fordern vom Waldschutz besondere Aufmerksamkeit. Daher arbeiten die für Pflanzengesundheit zuständige Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und das Sachgebeit Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bei den notwendigen Kontrollen und Prognosen intensiv zusammen.
Der Waldschutz ist ein Kernbereich des Aufgabenspektrums der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Wissenschaftler und Mitarbeiter im Sachgebiet Waldschutz unterstützen mit ihren Bestimmungs-, Prognose- und Bekämpfungshinweisen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und damit auch die betroffenen Waldbesitzer. Umgekehrt ist der Waldschutz jedoch auch auf aufmerksame Beobachter vor Ort angewiesen. Mit den Meldungen aus der Praxis kann das Waldschutz-Team auf Auffälligkeiten im Gesundheitszustand der Wälder schnell und zuverlässig reagieren. Die Aufgaben im Waldschutz sind nicht geringer, sondern größer geworden in den gemeinsamen Anstrengungen zur Schaffung gesunder, stabiler und krisenfester Wälder im Zeichen des Klimawandels.
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Waldschutz im Klimawandel - LWF-aktuell 72
Mit welchen Forstschädlingen müssen wir in Zukunft rechnen und wie können wir Schadereignissen rechtzeitig vorbeugen bzw. ihr Ausmaß minimieren? Antworten auf diese Fragen liefert das Heft LWF-aktuell 72 - Waldschutz im Klimawandel
Unsere Waldschutz-Themen
Sachgebiet 3.1 an der LWF - Dienstleister und Ansprechpartner zum Thema Waldschutz
In den Aufgabenbereich des Sachgebiets Waldschutz an der LWF fallen die Entomologische Forschung, die Prüfung von Insektizide und deren Zulassung, die Prognose und Bekämpfung von Forstschädlingen sowie die Erforschung der Verbreitung und Populationsdynamik wärmeliebender einheimischer und neuer Forstschädlinge.
Projekte
Projekte der LWF und der Bayerischen Forstverwaltung zum Thema Waldschutz unter Federführung des Sachgebiet 3.1 - derzeit noch in Bearbeitung!
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