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StMELFLWFWaldbewirtschaftungWaldbau → Dauerwald - Stabilität als Schlüsselfaktor für die Forstwirtschaft
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Dauerwald und Ökonomie - Über die finanzielle Leistungsfähigkeit des Dauerwaldes

Prof. Dr. Thomas Knoke

Stabilität zahlt sich aus. Wir können dem Konzept »Dauerwald« getrost mehr zutrauen!

Im Dauerwald setzen die Waldbauer auf die Selbsterneuerungs- und Selbstregulierungskräfte der Natur. Vor allem seine Stabilität ist ein Schlüsselfaktor für den finanziellen Erfolg. Gerade bei uns in Mitteleuropa sind die ökonomischen Vorteile des Dauerwaldes offensichtlich. Dennoch trauen die forstlichen Praktiker dem Dauerwald mitunter nur wenig zu.

Dauerwald Dauerwald ist stabiler Wald: Wenn Fichten Platz zum Wachsen haben, bilden sie lange Kronen aus und sind stabil.

Der Dauerwald hat es schwer, sich in der Praxis durchzusetzen. Viele Waldbesitzer bringen dem Dauerwald zu wenig Vertrauen entgegen, gerade auch dann, wenn es um Ökonomie geht. Eine Sonderausgabe der Schweizer Zeitschrift für Forstwesen (Heft 6, 2009) zeigt jedoch, dass dieses Misstrauen in vielen Bereichen unbegründet ist. Die Waldbauwissenschaft hält das Konzept »Dauerwald« für alltagstauglich, es gibt Überführungskonzepte, mit denen Dauerwald erreicht werden kann und aus forsthistorischer Sicht ist der Dauerwald bestens gerüstet für die Anforderungen der Zukunft. Auch seine ertragskundlichen Daten können sich sehen lassen. Aber wie steht es mit der finanziellen Leistungsfähigkeit des Dauerwaldes?

Zumindest auf dem Papier durchaus konkurrenzfähig

Oft wird »Dauerwald« wohl noch immer für eine ökologisch-romantische Option gehalten, die vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Alltagsanforderungen nicht bestehen kann. Interessanterweise widersprechen zahlreiche wissenschaftliche Studien dieser Auffassung (Knoke 2009). Unter zwölf Betriebsvergleichen aus Mitteleuropa (deutschsprachig) fand sich keiner, aus dem der Dauerwald als finanziell nachteilig hervorging. Nur drei von zwölf internationalen Studien (englischsprachig) kamen zu finanziellen Nachteilen der Dauerwaldüberführung gegenüber der Altersklassenwirtschaft. Als entscheidend für den finanziellen Erfolg stellte sich heraus, dass möglichst frühzeitig mit der Überführung begonnen wird.

Frühe Einnahmen und Kompensation von Holzpreisschwankungen

Will man aus einem gleichaltrigen Waldbestand einen Dauerwald machen, muss man also in jungen Beständen beginnen, z. B. mit der Anlage von Initialfemeln (Kynast 2009). Die Überführung erbringt dann deutlich früher und in der Folge gleichmäßiger über die Zeit verteilte Deckungsbeiträge. Daraus resultieren zwei wichtige Effekte. Zunächst sind frühe Deckungsbeiträge gut für die Rentabilität, denn man kann das verfügbare Geld beizeiten wieder in seinen Wald investieren, so dass zusätzliche Erträge möglich werden. Zudem verteilen wir den Holzanfall auf viele Eingriffszeitpunkte. Damit lassen sich Holzpreisschwankungen abfedern. Eine Überführung von Fichtenreinbeständen in einen an Tannen reichen Dauerwald kann damit in ähnlicher Weise die Rentabilität erhöhen wie eine Verkürzung der Umtriebszeit auf 50 Jahre - und dies bei wahrscheinlich erheblich besserer Klimastabilität auf Grund der Beteiligung der Tanne. Zugleich kann mit der Überführung ein geringes Risiko erreicht werden, weil die häufigen Eingriffe Holzpreisschwankungen gut kompensieren.

Autor

  • Prof. Dr. Thomas Knoke
    leitet das Fachgebiet für Waldinventur und nachhaltige Nutzung der Technischen Universität München.