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Wiederaufforstung mit Edel-Laubbäumen
Gabriele Weber-Blaschke, Richard Heitz, Markus Blaschke und Christian Ammer
Esche und Bergahorn eignen sich auf vielen Standorten von Sturm- und Borkenkäferflächen
Eine Untersuchung von 33 Eschen- und Bergahorn-Jungbeständen auf 20 Sturmwurfflächen in Bayern zeigte, dass diese als anspruchsvoll beschriebenen Laubbäume auf einem erstaunlich breiten Standortsspektrum wachsen. Saure Standorte ohne zusätzliche Nährstoffzufuhr, (mäßig) trockene sowie (stark) wechselfeuchte Standorte sind jedoch als bedenklich einzustufen. Extensive, aber rechtzeitig geführte Pflegeeingriffe sind notwendig, um die Edel-Laubbäume Esche und Bergahorn gegenüber konkurrierenden Baumarten zu erhalten.
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Schwierige Blattprobenahme in einem 20 Jahre alten, circa 17 Meter hohen Eschenbestand (Foto: R. Heitz) |
Bisherige Studien über Esche und Bergahorn befassten sich überwiegend mit deren Wachstum der Laubbäume auf Optimalstandorten oder Standorten ihrer natürlichen Verbreitung. Spätestens seit den Winterstürmen Vivian und Wiebke im Jahre 1990 werden diese beiden Edel-Laubbäume jedoch in immer größerem Umfang auf Freiflächen ausgebracht, weshalb sich der für diese Laubbäume forstwirtschaftlich genutzte Standortsrahmen beträchtlich erweiterte. Deshalb wurden bereits 1995/1996 zahlreiche damals fünf- bis zehnjährige Eschen- und Bergahorn-Kulturen auf unterschiedlichen Ausgangsgesteinen in zahlreichen Wuchsgebieten Bayerns untersucht. Beziehungen zwischen Ernährungszustand, Wachstum und Vitalität der Laubbaum-Bestände sowie den jeweiligen Standortseigenschaften wurden analysiert. Damals konnten Grenzwerte für eine ausreichende Ernährung von 5- bis 10-jährigen Eschen und Bergahorne hergeleitet und bayerische Standorte hinsichtlich ihrer Eignung für den Anbau der beiden Edel-Laubbäume klassifiziert werden. Zehn Jahre später, im Jahre 2006, erfolgte im Rahmen eines von der Bayerischen Forstverwaltung finanzierten Forschungsprojektes eine erneute Inventur dieser inzwischen ins Stangenholzalter eingewachsenen Laubbaum-Bestände.
Auf vielen Standorten hat sich der Ernährungszustand der Edel-Laubbäume - Eschen als auch der Bergahorne - im Jahr 2006 gegenüber 1995 auf Grund der Durchwurzelung tieferer, basenreicherer Bodenhorizonte verbessert. Wo also ein versauerter Oberboden bis circa 40 Zentimeter vorliegt, aber ein nährstoffreicher Unterboden zu erwarten ist, sind Eschen und Bergahorn durchaus anbauwürdig. Diese Edel-Laubbäume sollten allerdings beim Pflanzen ins Pflanzloch eine Karbonatdüngung als Starthilfe für die Etablierungsphase erhalten, da anderweitig mit Wuchshemmnissen, Mangelsymptomen und auch Ausfällen auf Grund von Calcium-, Magnesium- und teilweise Phosphordefiziten zu rechnen ist.
Auf den nur zum Teil gepflegten Versuchsflächen der Edel-Laubbäume zeigte sich, dass waldbauliche Maßnahmen in der Jugendphase in Form extensiver Eingriffe zur Mischungsregulierung und der qualitativen Verbesserung des Bestandes die Regel sein sollten. Versäumte Pflegeeingriffe sind häufig für einen erheblichen Druck durch Weich-Laubbäume oder konkurrenzstarke Arten wie Buchen oder Fichten auf die finanziell meist aufwendig begründeten Edel-Laubbäume verantwortlich. In der nahen Zukunft sollte bei der weiteren Behandlung der Laubbaum-Bestände auf Grund der frühen Kulmination des Höhenzuwachses von Esche und Bergahorn und der rasch nachlassenden Fähigkeit dier Laubbäume zu substantiellem Kronenausbau mit einer deutlich sichtbaren positiven Auslese geeigneter Laubbäume begonnen werden. Dies muss auf den leistungsstärkeren Standorten früher, auf den schwächeren später erfolgen.
Das Wachstum und die Ernährungssituation von Eschen und Bergahorn auf diesen Versuchsflächen sollten für die Entwicklung einer echten Zeitreihe in etwa zehn Jahren erneut analysiert werden.Die genannten in Waldbeständen neuartig auftretenden Pilzkrankheiten werden derzeit an der LWF schwerpunktmäßig untersucht.
Autoren
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PD Dr. Gabriele Weber-Blaschke
vom Lehrstuhl für Rohstoff- und Energietechnologie der Technischen Universität München leitete das Forschungsprojekt »Standortsansprüche von Esche und Bergahorn (ST 180)«.
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Dr. Richard Heitz
ist selbständiger Forstsachverständiger
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Markus Blaschke
ist Mykologe an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
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Prof. Dr. Christian Ammer
ist Leiter der Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an der Georg-August-Universität Göttingen.
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