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StMELFLWFWaldbewirtschaftungWaldbau → Waldbau im Bergwald - Schutzwald erhalten
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Waldbau-Verfahren für den Bergmischwald

Hany El Kateb, Prof. Dr. Reinhard Mosandl, Prof. Dr. Manfred Schölch

Empfehlungen für die Waldbau-Praxis auf forstwissenschaftlicher Grundlage

Der Verjüngung im Bergmischwald kommt eine herausragende Rolle für die Aufrechterhaltung der Schutzfunktionen zu. Eine Entmischung der Bergwälder, die sich bereits im allerersten Verjüngungsstadium am Waldboden abzeichnet, stört das ökologische Gleichgewicht des Bergmischwaldes und erhöht das Risiko für Schäden durch Sturm, Schnee, Lawinen und Erosion.

Verjüngung im Bergmischwald Intakte Verjüngung im Bergmischwald - mit welchen waldbaulichen Mitteln können solche Verjüngungssituationen erreicht werden? Der Bergmischwald-Versuch gibt wertvolle Antworten. (Foto: LSt. f. Waldbau)

Mitte der 1970er Jahre wurde unter der Federführung des Lehrstuhls für Waldbau ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Verjüngung und Bewirtschaftung des Bergmischwaldes begonnen. Die Entmischung der Bergwälder und die Frage der waldbaulichen Eingriffsmöglichkeiten zur Wiederherstellung intakter Verjüngungsprozesse standen im Mittelpunkt der Arbeiten. In dem fast dreißigjährigen Forschungszeitraumgelang es, die Verjüngungsprozesse aufzuklären und die waldbaulichen Handlungsoptionen auszuloten. Die Ergebnisse sind in zahlreichen Publikationen niedergelegt.

Dem Waldbesitzer und Waldbaupraktiker stehen im Bergmischwald eine Reihe waldbaulicher Maßnahmen zur Verfügung. Leichte Schirmhiebe auf größeren Flächen oder betont femelschlagartiges Vorgehen eignen sich, die Verjüngung einzuleiten, ohne dass die Stabilität des Altbestandes zu stark leidet. Stärkere Auflichtungen sind notwendig, um das Wachstum der etablierten Verjüngung zu stimulieren.

Das »Sich-selbst-Überlassen« geschlossener Bestände kann in Einzelfällen aus ökologischen oder ökonomischen Gründen in Betracht gezogen werden. Es birgt jedoch immer die Gefahr kurz- bis mittelfristigen Strukturverlustes (Ausfall von Zwischen- und Unterständern) und unerwünschter Baumartenverschiebungen (Zunahme des Fichtenanteils).

Kostenintensive Maßnahmen wie die Bodenbearbeitung sind aus ökologischer Sicht nicht notwendig und aus ökonomischer Sicht nicht gerechtfertigt.Maßnahmen zum Schutz der Verjüngung vor Wildverbiss dagegen sind Voraussetzung für alle weiteren waldbaulichen Maßnahmen im Bergmischwald.

Autoren

  • Hany El Kateb ist Forstbiometriker am Lehrstuhl für Waldbau der Technischen Universität München.
  • Prof. Dr. Reinhard Mosandl leitet den Lehrstuhl für Waldbau der TUM.
  • Prof. Dr. Manfred Schölch lehrt an der Fachhochschule Weihenstephan Waldpflege und Waldwachstumslehre