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Bergahorn - Aspekte zum Vermehrungsgut

Randolf Schirmer und Monika Konnert

Neben Standortswahl und Pflege ist bei Bergahorn die Herkunft des Vermehrungsgutes ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Anbau. Die Baumart unterliegt daher den Bestimmungen des Forstvermehrungsgutgesetzes.

Samenplantage Bergahorn ASP - Samenplantage Bergahorn "Laufen-Letten" (Herkunft 801 11: Alpen über 900 m NN)(Foto: M. Konnert)

Für Bergahorn wurden in Deutschland elf Herkunftsgebiete ausgewiesen. In Bayern sind 355 Hektar (reduzierte Fläche) sowie drei Samenplantagen zur Ernte zugelassen. Bis auf die Herkunft 801 11 "Alpen, hochmontane Stufe" ist die Versorgungssituation zufriedenstellend. Bergahornbestände zeigen eine vergleichsweise hohe genetische Diversität und eine deutliche Anpassung an die Höhenlage.

Als Edellaubholz erzielt Bergahorn auf geeigneten Standorten und bei guter Pflege hohe Wertleistungen. Als Mischbaumart trägt er zur Bodenverbesserung und ökologischen Bereicherung bei, zumal er sich gut natürlich verjüngt.
Neben Standortswahl und Pflege ist besonders die Herkunft des Saatgutes ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Anbau, da sich Bergahornbestände hinsichtlich Höhenlage und Qualitätseigenschaften deutlich genetisch unterscheiden.

Die Variation phänologischer Merkmale wie Austrieb und Blattfall richtet sich beim Bergahorn nach der jeweiligen Höhenstufe. Die Vegetationszeit der Hochlagenherkünfte ist drei bis sechs Wochen kürzer als die der Tieflagenherkünfte. Autochthone Hochlagenbestände sind besser an Schneebruchund Raufrostgefahren angepasst. Deshalb wurde innerhalb der Herkunftsgebiete eine Abgrenzung nach Höhenstufen vorgenommen.

Mit Hilfe von Genmarkern wurden sowohl eine hohe genetische Diversität innerhalb der Bergahornpopulationen als auch vergleichsweise hohe Unterschiede zwischen einzelnen Vorkommen nachgewiesen. Zudem sind in den einzelnen Vorkommen Verwandtschaftsstrukturen (Familienstrukturen) zu erkennen.

Eine detaillierte europaweite Studie zur genetischen Variation des Bergahorns verfasste Bittkau (2003). Sie wies deutliche genetische Unterschiede zwischen Herkünften aus Süd- und Südosteuropa einerseits und solchen aus West- und Mitteleuropa andererseits nach. Süd- und südosteuropäische Herkünfte haben eine höhere genetische Diversität als Herkünfte aus West- und Mitteleuropa.

Summary

Besides site conditions and silvicultural practices the origin of the reproductive material is essential for the economic success and longterm stability of Acer pseudoplatanus stands. Therfore the trade with sycamore maple seedlots is regulated by the German law on forest reproductive material. In Germany eleven regions of provenance are delignated.
In Bavaria 355 hectares of pure Acer pseudoplatanus stands and 3 seed orchards are approved for seed harvesting. The seed supply in all regions of provenance is sufficient, except the region of provenance 801 11 "Alps, high mountainous level".
Stands of sycamore maple show a comparable high genetic diversity and a high altitudinal adaptation.

Autoren

  • Dr. Monika Konnert
    leitet das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf.
  • Randolf Schirmer
    Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf.