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Der Bergahorn im Bergmischwald - unübertroffen in seinem Verjüngungspotential

Sebastian Höllerl und Reinhard Mosandl

Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) gehört neben Buche (Fagus sylvatica), Tanne (Abies alba) und Fichte (Picea abies) zu den wichtigsten Baumarten im Bergmischwald. Nachdem er im Alter nicht so dominant ist wie die anderen Baumarten, verfolgt er die Strategie einer effektiven Verjüngung, um im Bergwald eine Rolle spielen zu können.

Bergahorn - in der Jugend sehr schattentolerant (Foto: J. Schmerbeck) Der in der Jugend sehr schattentolerante Bergahorn hat den relativ geschlossenen Bestand flächig unterwandert. (Foto: J. Schmerbeck)

In einem waldbaulichen Versuch wurde etwa dreißig Jahre lang die Verjüngungsentwicklung des Bergahorns im Bergmischwald beobachtet. Hier übertrifft der Bergahorn die anderen Baumarten des Bergmischwaldes bei weitem. Intensive Beobachtungen in vierzehntägigem Abstand zu Beginn des Versuches zeigten, dass der Ahorn von allen Baumarten am häufigsten fruktifiziert, dabei das meiste Saatgut produziert und die Keimprozente an erster Stelle liegen. Die jungen Pflänzchen sind äußerst schattentolerant und können sich schon in sehr dunklen Beständen etablieren und auf größere Lichtgaben warten. Zusammen mit der Tanne ist der Bergahorn allerdings auch besonders starkem Verbiss ausgesetzt. Diesen Verbiss überlebt er zwar häufig, jedoch erwächst ihm auf Grund des unterbrochenen Höhenzuwachses ein Konkurrenznachteil. Er wird von nicht verbissenen Baumarten wie der Fichte überwachsen. Zäunung oder intensive Jagd können diesen Effekt verhindern. Nach knapp dreißig Jahren dominiert der Ahorn die Verjüngung in den Versuchsbeständen sowohl in der Dichte als auch hinsichtlich der Höhe. Es ist allerdings zu erwarten, dass der Ahorn im weiteren Verlauf mit seinem lockeren Kronendach die anderen Baumarten nicht gänzlich zurückhalten kann. Starke Zuwächse der Tanne unter den vorwüchsigen Ahornen deuten schon jetzt an, dass die Bestände auf Dauer nicht so ahorndominiert bleiben, wie sie sich derzeit darstellen.

Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) gehört neben Buche (Fagus sylvatica), Tanne (Abies alba) und Fichte (Picea abies) zu den wichtigsten Baumarten im Bergmischwald der Kalkalpen (Ewald 1997; Walentowski et al. 2004). Nachdem er im Alter nicht über die Dominanz der anderen drei Baumarten verfügt, verfolgt er eine andere Strategie, um im Konzert des Bergmischwaldes mitspielen zu können. Er produziert schon im jungen Alter ständig und in großem Umfang Früchte, aus denen möglichst viele Sämlinge entstehen sollen. Laut Rohmeder (1972) beginnt der Ahorn im Bestand bereits ab dem Alter 30 zu fruktifizieren, im Freistand schon ab dem Alter 15. Bereits bei Bestäubung und Verbreitung der Früchte garantieren effektive Mechanismen einen möglichst großen Nachwuchs. Während andere insektenbestäubte Baumarten beim Transport der Pollen auf ganz bestimmte Insekten angewiesen sind und den anderen den Zutritt versperren, liegt der Honig des Ahorns an den Blüten so offen da, dass sie von den verschiedensten Insektenarten wie Hummeln, Bienen, Schmetterlingen, Fliegen und Käfern aufgesucht werden (Rohmeder 1972). Die Früchte werden über einen äußerst effektiven Schraubenflieger-Mechanismus verbreitet. Der Wind transportiert sie trotz ihres größeren Gewichtes ähnlich weit horizontal wie die Samen von Fichte und Tanne. Bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 1,7 Metern pro Sekunde liegt die Flugweite im Mittel bei 26 Metern (Tanne 26 Meter, Fichte 35 Meter) (Rohmeder 1972). Im Extremfall werden die Früchte bis zu 125 Meter, bei vereistem Schnee und stärkerem Wind bis zu zwei Kilometer weit transportiert (Schmidt und Roloff 2009).

Summary

Sycamore maple is together with fir (abies alba), beech (fagus sylvatica) and spruce (picea abies) a very important tree species in the mixed mountain forest. Mature sycamore trees are not as dominant as the other tree species. So the maple uses the strategy of effective regeneration to play a role in the mountain forest.

A study of the institute of silviculture over almost 30 years regarding the regeneration of the four species allows detailed conclusions on sycamore regeneration.The study showed that in many fields sycamores are superior to other tree species. Examinations in a 14 days interval at the beginning of the study made clear that the sycamore fructificates more often than fir, beech and spruce. Seed production and germination are higher too. The young sycamore plants are very shade-tolerant. Therefore they can grow even if they are located in dark stands and wait there for the development of gaps combined with a larger amount of light on the ground. However, the sycamore and the fir are equally prone to browsing damage. Sycamores often survive browsing better than fir. But height growth is decelerated drastically. Therefore not browsed trees like spruce get a crucial advantage and in many cases outcompete sycamore. Fencing or strong hunting can avoid this effect.

In conclusion, after almost 30 years, the advanced regeneration in sample stands is dominated by sycamores – with regard to density as well as height. However, sycamores will most likely not be able to suppress other tree species completely in future years, due to its less dense canopy. The increasing growth of firs below overtopping sycamores already indicates increasing dominance of firs in the upper canopy in the future. So the stands will not be as dominated by sycamores in the future as this currently seems to be the case.

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