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Papier ist nicht gleich Papier

Helga Zollner-Croll

Ein Streifzug durch die bayerische Papierindustrie beschreibt die Anforderungen an den Rohstoff Holz

Vielfältig und bunt ist dieWelt der Papiere: Druckerpapiere, Tapeten, Banknoten, Hygienepapiere, Fotopapiere, Seidenpapiere, Dokumentenpapiere oder Kartonagen. Je nach Papiersorte sind auch die Anforderungen an das Naturprodukt Holz, neben Altpapier der bedeutendste Rohstoff der Papierindustrie, entsprechend unterschiedlich. Ein kleiner Streifzug durch die bayerische Papierindustrie und in die Welt der Papierherstellung soll einen Eindruck über wichtige Produktanforderungen an den Rohstoff Holz vermitteln.

Grafik Faserstoffeinsatz Bayern 2011 Faserstoffeinsatz in Bayern 2011

Der Papierhandel kennt eine schier unübersehbare Vielfalt unterschiedlichster Papiere. Die Papierindustrie stellt etwa 3.000 verschiedene Papiersorten her.Die bayerische Papier- und Verpackungsindustrie produziert in ihren 24 Produktionsstandorten jährlich circa 4,6 Millionen Tonnen Papier. Der Anteil des Freistaats an der deutschen Papierproduktion liegt bei etwa 17 Prozent. Den größten Anteil an der Papierproduktion in Bayern machten im Jahr 2011 mit über 70 Prozent die grafischen Papiere aus, gefolgt von den Verpackungspapieren mit etwa 24 Prozent. Die Hygiene-, Spezial- und Technischen Papiere stellten mit etwa vier Prozent den kleinsten Anteil in der Papierproduktion (Bayerische Papierverbände). Altpapier ist dabei mit 74 Prozent der am meisten verwendete Faserstoff, die Frischfasern Zellstoff und Holzstoff sind mit jeweils 13 Prozent gleichwertig vertreten. Die Produktanforderungen und die Stoffzusammensetzungen eines Papiers sind so unterschiedlich wie die Produkte selbst. Grundsätzlich unterscheidet man nach:

  • holzfrei
  • holzhaltig
  • altpapierhaltig
  • hadernhaltig

Holzfreie Papiere werden vorwiegend aus Zellstofffasern hergestellt und enthalten höchstens fünf Prozent verholzte Fasern. Die dabei verwendeten Zellstofffasern werden typischerweise in einem Sulfit- oder Sulfataufschluss erzeugt. Naturpapiere und holzfreie gestrichene Papiere zeichnen sich durch hohe Anforderungen an dieDruckqualität aus.Holzhaltige Papiere werden unter Verwendung von Holzstoff mit unterschiedlichem Anteil hergestellt. Diese Papiere enthalten noch einen großen Anteil an Lignin, so dass sie relativ schnell zu Vergilbung neigen. Beispiele für holzhaltige Papiere sind unter anderem leicht gestrichene Magazinpapiere, die auch zunehmend unter Verwendung von Altpapier erzeugt werden. Der Anteil an Holzstoff wird in der Regel nicht genau angegeben. Hadernhaltige Papiere sind von sehr hoher Qualität und werden oft in die Produktklasse Spezialpapiere eingestuft. Hierzu zählen unter anderem Banknotenpapiere und Sicherheitspapiere, die hohe Anforderungen an Alterungsbeständigkeit, Reißfestigkeit, Falzfestigkeit und Witterungsbeständigkeit aufweisen.

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Autorin

  • Prof. Dr. Helga Zollner-Croll
    Lehrbeauftragte an der Hochschule München im Master »Paper Technology«. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Produktion von Papier und Karton sowie der Anforderungen an die Faserstoffe.