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Beschäftigung und Umsätze

Beschäftigung

Beschäftigte im Sektor Forst und Holz im Vergleich zum verarbeitenden Gewerbe in Bayern

Die bayerische Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt 156 000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Werden noch die etwa 10 000 Beschäftigten im Holzhandel hinzugezählt und die zahlreichen selbständigen Landwirte und Unternehmer, die ihr Einkommen in diesem Bereich erzielen, dürften es etwa 190 000 Erwerbstätige im Sektor Forst und Holz sein. Im Vergleich zu Branchen des verarbeitenden Gewerbes steht Forst und Holz an vierter Stelle.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in Bayern im Jahr 2008

Innerhalb des Clusters Forst und Holz arbeiten die meisten abhängig Beschäftigten im Druckgewerbe, gefolgt von den Verlagen und mittlerweile dem Holzbau. Schreiner, Zimmerer, Ingenieurholzbau und Parkettleger bilden den Bereich Holzbau. Zum Holzgewerbe zählen Säge-, Furnier-, Verpackungsmittel- und Holzwerkstoffindustrie sowie Hersteller von Konstruktions- und Fertigbauteilen. Industrielle Hersteller von Möbeln sowie Möbelschreiner werden dem Bereich Möbelherstellung zugerechnet. Die Zahl der Beschäftigten im Holzhandel lässt sich aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht mehr entnehmen, sie wird auf 10 000 geschätzt.

Entwicklung der Beschäftigtenzahl im Sektor Forst und Holz

Die Weltwirtschaftskrise ging auch am Sektor Forst und Holz nicht spurlos vorbei. So sank die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten seit 2006 um gut 10.000 Personen.

Entwicklung der Beschäftigtenzahl innerhalb des Sektors Forst und Holz

Die Beschäftigtenzahlen sind seit 2003 in allen Bereichen des Sektors gesunken. Eine positive Ausnahme bleibt der Holzbau, der insbesondere in den Jahren 2009 und 2010 eine Zunahme verzeichnen kann.
Im Holzgewerbe dürfte der Rückgang auf die mit dem Konzentrationsprozess verbundene Rationalisierung in der Fertigung insbesondere bei der Sägeindustrie zurückzuführen sein.
Im Druckgewerbe ist das Sinken der Beschäftigtenzahlen auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen.
Die scheinbaren starken Veränderungen im Möbel- und im Holzbau von 2006 bis 2007 sind durch eine Umstellung der Datenerhebung bedingt.
Nach den Angaben der Verbände gab es tatsächlich keine deutliche Veränderung.
Auch die Statistik des verarbeitenden Gewerbes weist bei der Möbelherstellung keine deutlichen Veränderungen aus.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in den Regierungsbezirken Bayerns 2010

Innerhalb der einzelnen Regierungsbezirke ist die Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Branchen unterschiedlich. In Oberbayern beschäftigen die Druckereien und Verlage die meisten Menschen im Cluster Forst und Holz. Oberfranken ist ein Schwerpunkt der Möbelindustrie. In der Oberpfalz überwiegt das Holzgewerbe und in Niederbayern stellen der Holzbau und das Holzgewerbe den größten Teil der Arbeitsplätze im Sektor.

Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in den Regierungsbezirken Bayerns

Mit 48.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigte stellt Oberbayern den größten Anteil der Arbeitsplätze im Sektor Forst und Holz, gefolgt von Schwaben und Mittelfranken.

Umsätze

Umsatz im Sektor Forst und Holz im Jahr 2009

Im Cluster Forst und Holz wurde im Jahr 2009 ein Umsatz von 33 Mrd. Euro erzielt. Der Handel mit Holz, Holzprodukten und Papierwaren war der umsatzstärkste Wirtschaftszweig, gefolgt vom Druckgewerbe und der Holz be- und verarbeitenden Industrie. Weil ein Großteil der Umsätze in der Forstwirtschaft von der Umsatzsteuerstatistik nicht erfasst wird, dürften die Umsätze dort deutlich größer sein, als aus dem Diagramm hervorgeht.

Hinweis: Die Umsätze im Cluster Forst und Holz werden über die Umsatzsteuerstatistik abgebildet, weil dort insbesondere die von Kleinst- und Kleinbetrieben geprägte Struktur der Forstwirtschaften und der Holzverarbeitenden Betriebe erfasst werden kann. Ausnahme in der Darstellung ist die Papier- und Zellstoffherstellung und -verarbeitung, deren Daten aus der Statistik zum verarbeitenden Gewerbe einfließen. Damit kann vermieden werden, dass bundesweit agierende Unternehmen mit Geschäftssitz in Bayern das Ergebnis verzerren. Die Statistik des verarbeitenden Gewerbes gilt jeweils für den einzelnen Betrieb. Nachteil ist, dass erst Betriebe ab 20 Mitarbeitern zur Meldung ihrer Umsätze verpflichtet sind.

Entwicklung des Umsatzes  im Sektor Forst und Holz

Der positiven Entwicklung der Umsätze im Sektor Forst und Holz wurde durch die Wirtschaftskrise ein Ende gesetzt. Im Jahr 2009 konnte selbst das positive Image von Holz und die Wertschätzung der Holzprodukte durch die Konsumenten einen Einbruch um rund 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nicht verhindern.

Hinweis: Ab 2009 werden die Daten für das Papiergewerbe der Statistik des verabeitenden Gewerbes entnommen.

Entwicklung des Umsatzes in den einzelnen Wirtschaftszweigen

Bei der Entwicklung der Umsätze seit 2003 haben insbesondere das Holzgewerbe, Papier- und Zellstoffherstellung und Verarbeitung sowie der Möbelbau in der Wirtschaftkrise Umsatzeinbußen hinnehmen müssen Die für das Papiergewerbe vorliegenden Zahlen für 2010 (5,2 Mrd. Euro) stimmen aber bereits wieder positiv und zeigen einen Aufwärtstrend. Druckgewerbe, Verlage und Holzbau konnten die Umsätze konstant halten.

Hinweis: Ab 2009 werden die Daten für das Papiergewerbe der Statistik des verabeitenden Gewerbes entnommen.

Quellenangaben

Darstellungen über die Beschäftigtenzahl:
© Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

zusätzlicher Hinweis zu den verwendeten Daten:
Aufgrund des Erhebungsverfahrens über das Meldeverfahren der Arbeitgeber zur Sozialversicherungspflicht sind in den 4- bzw. 5-stelligen Wirtschaftszweigzuordnungen fehlerhafte Zuordnungen einzelner Elemente nie grundsätzlich auszuschließen. Diese Fehler können ggf. zu Fehlinterpretationen führen, weshalb eine Verwendung ohne fachlich-methodisches Hintergrundwissen über das Zuordnungs- und Erhebungsverfahren nur eingeschränkt sinnvoll ist.

Darstellungen über die Umsätze und deren Entwicklung aus Umsatzsteuerstatistik:
© Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenerhebung

Darstellung zum Holzeinschlag:
© Statistisches Bundesamt

Darstellung zu Nutzung und Potenzial:
Borchert, H. (2005): Holzaufkommensprognose für Bayern. LWF Wissen Nr. 50.