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Fäller-Bündler-Technologie in der KUP-Ernte

Bettina Stoll und Frank Burger

Moderne und hochmechanisierte Erntetechnik ist noch nicht in allen Durchmesserbereichen wirtschaftlich einzusetzen

Hohe Stammzahlen pro Hektar und geringe Dimensionen der einzelnen Stämme/Triebe kennzeichnen die Erntebedingungen von Kurzumtriebsplantagen. Die technische Arbeitsproduktivität bei der Ernte ist daher niedrig und die Kosten sind entsprechend hoch. Im sehr schwachen Durchmesserbereich stehen bereits Mähhacker zur Verfügung. Für etwas stärkere Stämme könnten Fäller-Bündler-Aggregate eingesetzt werden, die mehrere Stämme hintereinander fällen und dann gesammelt ablegen. Diese Technik wird bereits bei der Ernte schwacher Energieholzsortimente wirtschaftlich angewendet. Aber in dem für fünfjährige Kurzumtriebsplantagen typischen mittleren Durchmesserbereich zwischen vier und fünf Zentimetern ist diese hochmechanisierte Erntetechnologie noch nicht wirtschaftlich einzusetzen, wie zwei orientierende Zeitstudien aufzeigen.

Das Foto zeigt ein Fäller-Bündler-Aggregat. Fäller-Bündler-Aggregat

Für die Zeitstudien wurden zwei Kurzumtriebsplantagen (KUP) in Nordbayern ausgewählt. Die Fläche Pillschnitz liegt bei Rödental im Landkreis Coburg, die Fläche Schwarzenau im Landkreis Kitzingen. Die Flächen können folgendermaßen charakterisiert werden:

Die Versuchsfläche Pillschnitz wurde 1995 begründet. Im Jahr 2010 stand der dritte fünfjährige Umtrieb zur Ernte an. Die Bestockung setzt sich aus sechs Balsampappel-Klonen, zwei Sorten der Korbweide und Roterle zusammen. Als Pflanzverband wurde eine Doppelreihe mit 0,75 x 0,8 Metern gewählt, zwischen den Doppelreihen beträgt der Abstand zwei Meter. Die durchschnittliche Erntemasse pro Hektar belief sich auf 130,72 Tonnen Frischmasse. Die aufstockende Masse schwankte jedoch stark zwischen den Versuchsparzellen, bedingt durch die Wuchsunterschiede der angepflanzten Baumarten. Der mittlere Brusthöhendurchmesser (BHD) betrug 3,87 Zentimeter, die mittlere Höhe 8,61 Meter.

Die Versuchsfläche Schwarzenau wurde 1994 begründet. Die Bestockung des dritten fünfjährigen Umtriebes in Schwarzenau bestand aus verschiedenen Klonen der Balsampappel und Korbweide. Die Korbweide wurde wegen ihres schlechten Wuchses nicht in die Ernte miteinbezogen.

Der Pflanzabstand betrug 2,5 x 0,6Meter. Die durchschnittliche Erntemasse pro Hektar belief sich auf 90,99 Tonnen Frischmasse, der mittlere BHD betrug 5,19 Zentimeter, die mittlere Höhe 9,73 Meter. Wie auf der Fläche Pillschnitz schwankten auch hier die Zuwächse zwischen den Parzellen stark.

Weiterführende Links

Autoren

  • Dr. Bettina Stoll
    Mitarbeiterin in der Abteilung Forsttechnik, Betriebswirtschaft, Holz
  • Dr. Frank Burger
    Mitarbeiter in der Abteilung Forsttechnik, Betriebswirtschaft, Holz