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Miniermotten, Citrusbock und Webebär ante portas

Olaf Schmidt

Neozoen an Gehölzen: Globalisierung und Klimawandel zeigen neue »Reisewege«

In Deutschland gibt es über 1.000 eingebürgerte Tierarten. Sie werden vor allem durch den globalisierten Handel nach Mitteleuropa verschleppt. Auch der Temparaturanstieg im Zuge der Klimaerwärmung macht es wärmeliebenden neuen Arten möglich, sich bei uns dauerhaft anzusiedeln. Aber nicht jede dieser Arten stellt auch eine Bedrohung der heimischen Natur dar. Derzeit gelten etwa fünf Prozent der Neozoen in Deutschland als invasiv. Dennoch darf unsere Aufmerksamkeit, vor allem bei den Quarantäneschädlingen, nicht nachlassen.

Platanenminiermotte Die Platanenminiermotte breitete sich rasch über Europa aus. (Foto: P. Buchner)

In Deutschland sind etwa 1.100 Neozoenarten bekannt (Stand 2003). 264 Arten gelten als etabliert, davon allein schon 115 Arten aus der Gruppe der Insekten. Von diesen etablierten Arten sind nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) nur etwa fünf Prozent invasiv (Klingenstein et al. 2005). Aus forstlicher Sicht interessieren vor allem Neozoen an Bäumen bzw. deren Auftreten in bayerischen Wäldern.

Gerade in den letzten 10 bis 15 Jahren ist in Mitteleuropa eine Ausweitung der Verbreitungsgebiete wärmeliebender Insekten und ein häufigeres Auftreten südeuropäisch verbreiteter Arten festzustellen. Dies wird im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung gesehen. Für einige südländische Arten kann man die Einfallswege nach Mitteleuropa gut nachvollziehen. Einmal ist dies die Burgundische Pforte, über die die Arten aus Südeuropa in den Oberrheingraben nach Süddeutschland gelangen. Für die Einwanderer aus dem Osten ist es das Donautal.

Autor

  • Olaf Schmidt - Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)