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Was gibt's Neues bei der Holzernte?

Forstliches Fachpersonal informierte sich bei der Fortbildungsveranstaltung "Innovationen und Trends in der forstlichen Verfahrenstechnik" am 16.7. und 21.7. an der LWF

Fortbildungsveranstaltung an der LWF Fortbildungsveranstaltung "Innovationen und Trends in der forstlichen Verfahrenstechnik"

Am 16. und 21.7. fand an der LWF in Freising die Fortbildungsveranstaltung "Innovationen und Trends in der forstlichen Verfahrenstechnik" statt. Bei der vom Sachgebiet "Betriebswirtschaft und Forsttechnik" der LWF und dem "Lehrstuhl für Forstliche Arbeitswissenschaft und Angewandte Informatik" der TU München angebotenen Fortbildung wurden vierzig Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung, Kommunalwaldförster und Fachlehrer über Neuerungen im Bereich der Holzernte informiert.

Prof. Dr. Walter Warkotsch gab in seinem einführenden Vortrag einen Überblick über aktuelle Trends in der Forsttechnik. Er beschrieb die Verhaltensweisen der Menschen im Umgang mit Innovationen: Die erste Reaktion ist stets Ablehnung, gefolgt von aktivem Widerstand. Einer Phase der Erkundung schließt sich dann jedoch häufig ein Engagement für das Neue an. Kooperationen, insbesondere zwischen Waldbesitz und Holzindustrie, sieht er als den Schlüssel für den Erfolg in der Forstwirtschaft.

Einen Überblick über den Bestand und die Merkmale von Holzerntemaschinen der in Bayern operierenden Forstunternehmen gab Dr. Herbert Borchert anhand von Auswertungen aus der forstlichen Unternehmerdatenbank. Mit dieser Datenbank lassen sich auch Marktveränderungen beobachten. Er konnte z.B. zeigen, dass sich der Bestand von Tragschleppern in den vergangenen Jahren tatsächlich zu schwereren Maschinen verschoben hat.

Über Neuheiten in der Forsttechnik, die auf der diesjährigen Fachmesse ElmiaWood in Schweden gezeigt wurden, berichtete Achim Volkamer. Darunter war z.B. ein Forwarder mit Hybridtechnik. Ein schwacher Dieselmotor treibt einen Generator an. Mit dem dabei produzierten Strom werden die Radantriebe in allen sechs Rädern versorgt. Auch bei der Spezialtechnik für schwierige Geländeverhältnisse, v.a. für Weichböden, gab es einige Innovationen.

Alexander Eberhardinger gab einen Überblick über die maschinellen Ernteverfahren von Energieholz. Mit Arbeitszeitstudien hatte er die Effizienz verschiedener Systeme mit Fäller-Bündler-Aggregaten untersucht. Erstdurchforstungen ließen sich mit diesen Verfahren selbst in extrem stammzahlreichen Fichtenbeständen mindestens kostendeckend durchführen.

Wie sehr die Produktivität der Harvester von den Stückmassen der Bäume abhängt, beschrieb Dr. Reinhard Pausch. Vielen Teilnehmern war nicht bekannt, dass bei sinkenden Stückmassen der Zeitbedarf der Harvester exponentiell steigt. Um den größeren Zeitbedarf für ein Hektar Schwachholz auszugleichen, bedarf es fünf Hektar Durchforstungen im stärkeren Holz. Die Zusammenarbeit von Waldarbeitern, die Bäume Zufällen, und leistungsfähigen Harvestern ergibt im Starkholz eine echte Symbiose. Deswegen besteht für Kräne mit großen Reichweiten im Starkholz gar kein Bedarf mehr. Diese können eher im Schwachholz nützlich sein.

Dr. Pausch stellte auch ein neues motormanuelles Holzernteverfahren für laubbaumreiche, naturnahe bewirtschaftete Verjüngungsbestände vor. Dabei wird einerseits die Verjüngung sehr geschont, andererseits eine beachtliche Produktivität bei der Rückung erzielt, indem möglichst viele Stämme durch einen leistungsfähigen Zangenschlepper in langer Form an die Forststraße gerückt werden.

In kleinen Arbeitsgruppen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an konkreten Fallbeispielen die Auswahl geeigneter Holzernteverfahren zu üben. Interessierte Forstleute konnten sich mit Anregungen zur Qualitätssicherung und zum Informationsaustausch/Wissenstransfer im Bereich Forsttechnik an einem laufenden Projekt zur Holzernte im Privat- und Körperschaftswald beteiligen.

Die Referenten bedanken sich für die engagierte Mitarbeit und das große Interesse der Teilnehmer.
Sachgebiet 3.3 Betriebswirtschaft und Forsttechnik, Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Angewandte Informatik

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