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Eschentriebsterben beunruhigt Waldbesitzer und Förster

Michael Mößnang

Wie geht's weiter mit der Esche

Freising - Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, kann es nicht übersehen. Die Esche hat ein Problem: Nahezu im gesamten Freistaat weisen Bäume dieser Baumart charakteristische Krankheitssymptome auf: Schüttere Belaubung, abgestorbene Äste, Verbuschung der Kronen und frühzeitiger Laubfall. Ursächlich ist das Eschentriebsterben, eine Pilzerkrankung, die durch das Falsche Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus) ausgelöst wird.

Abgestorbene Eschenblätter Abgestorbene Eschenblätter (Foto: Dr. Ralf Petercord, LWF)

Im Herbst 2008 wurde die neuartige Erkrankung erstmals in Bayern nachgewiesen. Forstminister Helmut Brunner hat damals umgehend die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) beauftragt, im Rahmen eines Forschungsprojekts die Ursachen und Auswirkungen des Eschentriebsterbens intensiv zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für die Praxis zu erarbeiten.

Um die Waldbesitzer im Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen, hat die LWF nun ein aktuelles Informationsblatt zum Eschentriebsterben mit ersten Handlungsempfehlungen zusammengestellt. Es enthält umfassende Informationen zur waldbaulichen Behandlung von befallenen Wäldern sowie zu Symptomen, Infektionswegen und Biologie des Erregers. Hinweise zur Holzlagerung, Verkehrssicherung und zum Umgang mit Totholz runden die Empfehlungen ab. Nach den derzeitigen Erkenntnissen der Wissenschaftler besteht kein Anlass, erkrankte Bäume generell zu entnehmen. Waldbesitzer sollten allerdings die Krankheitsentwicklung beobachten und angepasst reagieren. Von Pflanzungen der Esche wird derzeit angesichts des hohen Ausfallrisikos abgeraten.

Das Informationsblatt ist ab sofort auf der Internetseite der LWF kostenlos zum Herunterladen angeboten (www.eschentriebsterben.org) und wird demnächst auch als Merkblatt in gedruckter Form vorliegen.

Autor

  • Michael Mößnang
    Stellvertretender Leiter der Abteilung Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik