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Landtagsabgeordnete an der LWF
Forschen für den Wald, nicht für die Schublade

Waldschutzlabor - Vorne links: Dr. Ralf Petercord (LWF) erklärt der Abgeordneten Maria Noichl (Mitte) und dem Ausschussvorsitzenden Albert Füracker (ganz rechts) eine Pilzerkrankung an Fichte (Neonectria fuckeliana) - (Foto: T. Bosch, LWF)
Freising - Am 2. Dezember informierte sich der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bayerischen Landtags über die Arbeitsschwerpunkte der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) am Zentrum Wald-Forst-Holz in Weihenstephan. In einer angeregten Diskussion zeigten sich die Abgeordneten besonders interessiert daran, dass die Ergebnisse der angewandten Forschung direkt der Beratung der Waldbesitzer und der praktischen Waldbewirtschaftung zugute kommen.
Einblick in die praxisorientierte forstliche Forschung wollten die Abgeordneten des Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bayerischen Landtags bekommen. Sie besuchten deshalb am 2. Dezember die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising-Weihenstephan, die sich als Forschungseinrichtung der Bayerischen Forstverwaltung besonders der angewandten Waldforschung verschrieben hat.
Der Leiter des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan, Prof. Dr. Anton Fischer, erläuterte die Eingebundenheit der Landesanstalt in den freiwilligen Forschungsverbund des Zentrums. Nach einer Vorstellung der LWF durch deren Leiter, Präsident Olaf Schmidt, gaben vier Impulsreferate Einblick in aktuelle Projekte und Arbeitsschwerpunkte der LWF.
53 Millionen LKW-Kilometer werden in Bayern jährlich im Zuge des Holztransports aus dem Wald in die Werke gefahren. Dabei werden viele unnötige Strecken mit der Suche nach Holzpoltern und geeigneten Wegeverbindungen zurückgelegt. Hier besteht nach Dr. Stefan Nüßlein von der LWF erhebliches Potential, um Energie und Geld einzusparen, aber auch den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Die Entwicklung des LWK-orientierten Navigations- und Logistikwerkzeugs NavLog wird hier einen Innovationsschub für die Forstwirtschaft bedeuten, der mit der Einführung der Motorsäge gleichzusetzen sei. Obwohl die endgültigen Kostensätze noch nicht feststehen, wird NavLog auch für kleine Waldbesitzer erschwinglich bleiben, antwortete Nüßlein auf entsprechende Nachfrage der Abgeordneten. Auch die Gefahr einer Nutzung des Systems durch unerwünschte Wegebefahrer sah Nüßlein nicht gegeben.
Die sogenannten Soforthilfekarten ermöglichen bereits jetzt eine fundierte Beratung zur Eignung der wichtigsten forstlichen Baumarten in Bayern unter künftig sich ändernden Klimabedingungen. Beispielweise sind die Anbauprognosen für die Douglasie und die Buche in weiten Landesteilen günstig, erläuterte Dr. Christian Kölling (LWF). Dagegen stellt sich die Situation für die zwar trockenheitstolerante, aber kühl-boreale Kiefer zur Überraschung der Abgeordneten weniger günstig dar. Zufrieden nahmen die Politikvertreter zur Kenntnis, dass die Soforthilfekarten demnächst für die Beratung auf der ganzen Waldfläche zur Verfügung stehen.
Zu einer regen Diskussion führte die Darstellung der Waldschutzsituation in Bayern durch Dr. Ralf Petercord am Beispiel des Borkenkäfers und des Eichenprozessionsspinners. Die Abgeordneten hielten es für wünschenswert, wenn es für Waldschädlinge ähnliche Beratungs- und Prognoseinstrumente gäbe wie die Soforthilfekarten. Dies ist jedoch aufgrund der komplizierten Biologie der Schädlinge, die mit ihren unterschiedlichen Lebensstadien jeweils ganz unterschiedlich auf Witterungsextreme reagieren, nicht möglich. Die LWF betreibt aber ein intensives, landesweites Monitoring der Schädlinge, wobei Entwicklungstendenzen praktisch tagesaktuell im Internet abrufbar sind.
Sehr positiv nahmen die Politikvertreter auf, dass bei allen drei vorgestellten Tätigkeitsbereichen eine intensive und reibungslose Zusammenarbeit zwischen der Forschungseinrichtung LWF und den für die Beratung der Waldbesitzer zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten besteht.
Die abschließende Vorstellung der Aktivitäten der LWF in der Wissensvermittlung durch Kurt Amereller hinterließ bei den Abgeordneten den Eindruck, dass die Landesanstalt sich erfolgreich um eine Kommunikation mit ihren Zielgruppen bemüht und einen hohen Standard sowohl in der angewandten Forschung als auch in der Verbreitung der erarbeiteten Erkenntnisse erreicht hat.
Autor
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Kurt Amereller
Pressesprecher und Leiter des Sachgebiets Wissenstransfer und Waldpädagogik
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