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Forstliche Forschungskooperation Bayern und Thüringen

Kurt Amereller, Pressesprecher der LWF

Hochwassergefahr durch Wald mindern - Pressemitteilung vom 21. April 2009

Freising/Lauenstein - Experten aus Forstwirtschaft, Umweltschutz und Wasserwirtschaft sowie Waldbesitzer aus Bayern und Thüringen informieren sich am 22. April im Waldjugendheim Lauenstein über die Ergebnisse eines länderübergreifenden Forschungsvorhabens zum Thema Hochwasserschutz. Neu entwickelte Karten zeigen Gebiete, in denen Wald und Forstwirtschaft besonders effektiv zum Hochwasserschutz beitragen können. Das Projekt unterstreicht dabei die Bedeutung der Baumartenwahl. So weisen die Ergebnisse einen hochwassermindernden Effekt der Laubbaumarten aus. Die Forschungsarbeit geht auf eine langjährige Zusammenarbeit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei bei forstfachlichen Themen zurück. Eine Kooperationsvereinbarung aus dem Oktober 2008 dokumentiert diese Verbundenheit.

Wald bremst Hochwasser (Foto Hochwasser: M. Streckfuß)

Nicht ohne Grund dreht sich die Zusammenarbeit der Forstwissenschaftler aus Bayern und Thüringen um den Schutz vor Hochwasser. Fachleute vermuten, dass mit dem Klimawandel künftig häufiger Starkregenereignisse auftreten werden als bisher, die zu Hochwasser führen können. Weil sich aber Hochwasser nach geographischen Gegebenheiten und nicht nach Ländergrenzen richtet, muss der Hochwasserschutz Ländergrenzen überwinden.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickelten die Forstwissenschaftler der beiden Versuchsanstalten anhand bodenkundlicher Daten sowie Geländeinformationen eine Abflussprozesskarte. Diese zeigt am Beispiel von zwei Wassereinzugsgebieten – dem „Röthen“ in Thüringen und dem bayerischen „Tschirner Ködel“ – Flächen auf, auf denen Wald und Forstwirtschaft besonders effektiv zum vorbeugenden Hochwasserschutz beitragen können. Die dabei entwickelte Methodik kann im Grundsatz für jedes Wassereinzugsgebiet angewandt werden. Für die optimale Schutzwirkung des Waldes spielt die Baumartenwahl in Abhängigkeit des Standorts eine wichtige Rolle. So weisen die Ergebnisse der Beregnungsversuche einen stärker hochwassermindernden Effekt von Buche und Ahorn im Vergleich zur Fichte aus. Diese Laubbaumarten durchwurzeln den Boden tiefer und intensiver als die Fichte. Die Ergebnisse des gemeinsamen Forschungsprojektes liefern somit auch wasserwirtschaftliche Argumente für den Waldumbau im Frankenwald.

Während von Natur aus Buchen-Tannen-Wälder in dieser Region dominieren würden, bestimmen heute vielerorts noch Fichtenreinbestände das Waldbild.

Veranstaltungsort

Links

  • Pressemitteilung vom 21. April 2009  PDF-Dokument
    Forstliche Forschungskooperation Bayern und Thüringen - Hochwassergefahr durch Wald mindern
  • LWF-aktuell 66: Wald und Wasser
    April 2006 ein Symposium "Wald - Schutz vor Hochwasser?" in Freising ausgerichtet. Renommierte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland haben ihre Forschungsergebnisse vorgestellt, unmittelbar Betroffene ihre Anliegen mitgeteilt und Praktiker ihre Erfahrungen ausgetauscht.
  • LWF-Wissen 55: Wald - Schutz vor Hochwasser ?
    Beiträge zum Symposium am 27. April 2006 "Wald - Schutz vor Hochwasser?" in denen renommierte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland haben ihre Forschungsergebnisse vorgestellen und Praktiker sowie unmittelbar Betroffene zu Wort kommen.

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