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Strobenrost
Ein Rostpilz geht um die Welt
Der Weymouthskiefern-Blasenrost oder Strobenrost Cronartium ribicola verursacht eine Rindenerkrankung an fünfnadeligen Kiefern. Die Schäden sind durch Anschwellungen an Stamm und Ästen, Harzfluss und im Mai bis Juni durch weiße pergamentartige Fruchtkörperhüllen mit orangegelben Sporen gekennzeichnet.
Oft zieht sich eine solche Stammerkrankung über viele Jahre hin, ehe der Baum schließlich abstirbt.
Rostpilze sind Parasiten und befallen ausschließlich lebende Pflanzen. Eine Besonderheit vieler Rostpilze ist der Umstand, dass sie in ihrem Lebenskreislauf bis zu fünf verschiedene Vermehrungsstadien durchlaufen müssen. Und zur Anlage dieser Vermehrungsstadien sind sie auf verschiedene Pflanzenarten angewiesen.
So brauchen etwa die im Mai/Juni auf den fünfnadeligen Kiefern gebildeten Sporen des Strobenrosts für die drei folgenden Fruchtkörperstadien unbedingt die Blätter von Beersträuchern, genauer genommen, die der Johannisbeeren oder der Stachelbeeren. Und erst die dort im Spätsommer gebildeten Sporen können wiederum neue Weymouthskiefern befallen.
Bemerkenswert ist auch die Geschichte der Ausbreitung des Strobenrost in den letzten Jahrhunderten. Ursprünglich war der Pilz nur in den Heimatregionen der Zirbe oder Arve Pinus cembra in Asien und den Alpen verbreitet. Über die Jahrtausende andauernde parallele Entwicklung von Arve und Pilz waren keine auffälligen Schäden zu beobachten. Erst als die Weymouthskiefer in Europa verbreitet wurde breitete sich auch der Pilz in dem neuen Anbaugebiet dieser Baumart aus und es kam zu den ersten spürbaren Schäden. Von dort wurde der Strobenrost - vermutlich mit der Einfuhr kranker Pflanzen nach Nordamerika verschleppt, und richtete im 20. Jahrhundert erhebliche Schäden an den dort heimischen fünfnadeligen Kiefer an.
Heute schließt der Pilz einen weiteren Anbau der Weymouthskiefer in Europa praktisch aus.
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