Studie über dem inneren Konflivon Förstern und Waldpädagogen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) machen sollen Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
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StMELFLWFWald und GesellschaftWissenstransfer und Waldpädagogik → Waldpädagogik im Konflikt bei Einführung von BNE
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Waldpädagogik und BNE - Was regt sich, wenn was Neues kommt

Günter Dobler

Der innere Konflikt bei der Einführung von Bildung für nachhaltige Entwicklung

In der Umweltbildung und Waldpädagogik soll Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stärker berücksichtigt werden. Dieses Anliegen hinterlässt bei vielen Praktikern zwiespältige Gefühle: Innerlich machen sich Widerstand, aber auch Befürwortung bemerkbar. In einer Studie wurde diesem inneren Kräftemessen nachgegangen.

Waldpädagogik: Kräfte messen auch in der Waldpädagogik: Wenn unsere inneren Stimmen ihre Kräfte messen, ist der Ausgang oft ungewiss. (Foto: A. Crawford, istockphoto)

Sie kennen das doch auch - dieses lähmende Gefühl, wenn Sie sich angesichts einer Sache hin und her gerissen fühlen. Wenn Sie es nicht schaffen, dem Dschungel aus Für und Wider zu entrinnen. Da gibt es Aspekte, die finden Sie gut und andere, die halten Sie für problematisch. Dass verschiedene Leute verschiedener Ansicht sein können, versteht jeder, aber dass man selbst, ganz für sich allein, auch so zerrissen sein kann?

Die inneren Stimmen bei der Einführung von BNE

Die Ergebnisse der explorativen Studie wurden bei einem internen Seminar am Lehrstuhl für Wald und Umweltpolitik (TUM) unter Professor Michael Suda besprochen. Dabei wurde klar, dass die erfassten inneren Stimmen sich nicht nur melden, wenn Waldpädagogen stärker BNE betreiben sollen, sondern dass es sich um typische Stimmen handelt, die so ähnlich bei jeder herangetragenen Innovation laut werden. Gemessen wurde also nicht die Reaktion auf BNE, sondern auf Innovationsanliegen überhaupt. Positiv gewendet heißt das, dass man sich an diesen inneren Stimmen auch orientieren kann, wenn das Innovationsanliegen nicht BNE ist, sondern anders lautet.

Wer effektiv auf andere Menschen eingehen will, sollte grundsätzlich davon ausgehen, dass verschiedene innere Stimmen hinsichtlich eines Sachverhalts zu berücksichtigen sind. Je besser es ihm gelingt, möglichst viele davon anzusprechen, desto größer sind seine Aussichten, mit seinem Anliegen durchzudringen. Das gilt für die Beratungsarbeit genauso wie für die Bildungsarbeit. Was wieder einmal zeigt, dass für beide Bereiche ähnliche Kompetenzen notwendig sind und Waldpädagogikfortbildungen zumindest zum Teil auch Beratungsfortbildungen sind und umgekehrt.

Weiterführende Informationen

Autor

  • Günter Dobler
    ist Sachbearbeiter für Waldpädagogik im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten