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StMELFLWFWald und GesellschaftWissenstransfer und Waldpädagogik → Gastbaumarten für den Klimawandel - höhere Vielfalt kann Risiko mindern
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Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf den Wald ist zweifellos eine der größten Herausforderungen unserer Tage für die Forstwirtschaft in Deutschland. Bereits moderate Klimaprognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 in Süddeutschland die Jahresmitteltemperatur um etwa 2 °C ansteigen wird und gleichzeitig die Niederschläge in der Vegetationsperiode um 10 bis 25 Prozent zurückgehen werden. Ob und wie heimische Baumarten diese gravierenden Veränderungen bewältigen werden, ist ungewiss. Sicher ist dagegen, dass die Anfälligkeit der Wälder gegenüber Schädlingen und anderen witterungsbedingten Risiken steigen wird.
Besonders gefährdet sind einheitlich strukturierte Nadelbaumreinbestände. Denn vor allem der "Brotbaum" der bayerischen Forstwirtschaft, die Fichte, ist an ihrer Wärme- und Trockengrenze hoch anfällig. Ihre Anbaufläche wird stark abnehmen. Diese Wälder und deren Waldbesitzer zählen daher zweifellos zu den Hauptbetroffenen des Klimawandels. Auf die Forstwirtschaft kommen voraussichtlich tiefgreifende Anpassungsmaßnahmen zu, ohne dass Schäden am Wald und Waldvermögen ganz zu vermeiden sein werden. Dies gilt in besonderem Maße für jene Regionen, für die wir ein Klima erwarten, das es bisher in Bayern noch gar nicht gibt.

Doch welche Baumarten sind für den Wald der Zukunft geeignet? Einige heimische Baumarten kommen nach derzeitigem Kenntnisstand mit dem künftigen Klima zurecht. Aber die Auswahl an Baumarten ist gering, schon aufgrund der letzten Eiszeit, die zu einer Artenverarmung in Mitteleuropa führte.
Es ist daher dringende Aufgabe der Forstwissenschaft, zu prüfen, welche Baumarten aus anderen Regionen der Erde für unseren Wald im Klimawandel geeignet sein könnten. Empfehlungen für alternative Baumarten können bislang nur auf der Grundlage von Literaturbefunden gegeben werden, da planmäßige, vergleichende Versuchsanbauten in vielen Fällen fehlen. Diese sind aber zwingend notwendige Voraussetzung für Praxisempfehlungen. Neben dem Wuchsverhalten der Baumarten als erwünschte Hauptwirkung müssen auch unerwünschte Nebenwirkungen auf Boden und belebte Umwelt geprüft werden.

Die LWF befasst sich intensiv in ihren Forschungen mit den Gastbaumarten als Option für die Zukunft.

"Brotbaum" der bayerischen Forstwirtschaft, die Fichte Der "Brotbaum" der bayerischen Forstwirtschaft, die Fichte, ist an ihrer Wärme- und Trockengrenze hoch anfällig.

Hintergrundinformationen und Veröffentlichungen