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StMELFLWFWald und GesellschaftSchutzwald und Naturgefahren → Bergwald und Schutzwaldmanagement - Geoinformationstechniken für Schutzwaldpflege und Schutzwald-Sanierung
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Integrale Schutzwaldplanung für Schutzwald-Pflege und -Sanierung

Dr. Franz Binder, Rainer Blaschke

Schnell und direkt zu den problematischen Schutzwaldflächen

Die Fähigkeit der Gebirgswälder, Siedlungsraum vor abiotischen Naturgefahren zu schützen, ist durch gezieltes Schutzwaldmanagement zu erhalten oder wiederherzustellen. Dazu sind die Wälder in ihrer Schutzfähigkeit zu beurteilen. Ein an der LWF entwickeltes Verfahren liefert die Grundlagen für ein neues kostengünstiges forstliches Planungskonzept, um zielorientiert die für die Schutzwaldpflege und -sanierung dringlichen Bereiche herauszufiltern. Es stützt sich auf moderne Geoinformationstechniken und Modellierungen. Erstmals in Bayern werden dabei Gefahrenhinweiskarten anderer Behörden in einem Geoinformationssystem zusammengefasst, mit Informationen zum standörtlichen Potential verschnitten und für die weitere Schutzwaldplanung ausgewertet.

Schutzwald Larosbach im Luftbild Das Testgebiet »Larosbach« im Luftbild; die roten Flächen zeigen die unmittelbar mit dem Gewässersystem verbundenen Erosionsbereiche.

Der prognostizierte Klimawandel läßt eine Zunahme von Extremereignissen erwarten, mit Auswirkungen auch auf Wald und Forstwirtschaft. Die Bedeutung des Bergwaldes als Schutzwald für die Siedlungsräume und Infrastrukturen nimmt zu. Ein umfassendes Schutzwaldmanagement wird immer wichtiger. Das setzt eine integrale Schutzwaldplanung voraus. Diese nutzt vorhandene Informationen über Naturgefahren wie z.B. Lawinen, Steinschlag oder Muren und setzt diese in Beziehung zum Schutzwald und den Schutzobjekten. Die integrale Schutzwaldplanung erfasst die Funktionsfähigkeit der Schutzwälder und legt eine Reihung nach der Dringlichkeit der Maßnahmen zum Erhalt der Schutzaufgaben fest.

Im Rahmen des EU-Projektes "Naturpotentiale alpiner Berggebiete" sollte ein Verfahren für eine integrale Schutzwaldplanung entwickelt werden. Neben der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft beteiligten sich als Partner am EU-Projekt das Bayerische Landesamt für Umwelt, auf italienischer Seite die Region Lombardei und die Autonome Provinz Südtirol, die Schweizer Gebirgswaldpflegegruppe sowie aus Österreich die Landesforstdirektion Tirol und das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt, Wasserwirtschaft. Die Vorgaben aus dem forstlichen Forschungsprojekt lauteten:

  • Entwicklung eines Grundkonzepts für das integrale Management alpiner Schutzwälder;
  • Analyse planungsrelevanter Parameter und Erhebung prozess- und naturpotentialorientierter Zielstrukturen;
  • Entwicklung eines Aufnahmeverfahrens zur Abgrenzung von Beurteilungseinheiten und zur Erhebung des Ist-Zustandes;
  • Entwicklung eines Verfahrens zur raschen Analyse der Schutzwirksamkeit von Schutzwäldern auf großer Fläche;
  • Überprüfung des Verfahrens in einem Testgebiet.



Autoren

  • Dr. Franz Binder
    Leiter des Sachgebiets Schutzwald und Naturgefahren
  • Rainer Blaschke
    bearbeitete das Forschungsprojekt »Naturpotentiale alpiner Berggebiete« an der LWF.