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Die Berliner und ihr Wald

Michael Suda und Eva Krause

Befragung beleuchtet Erwartungen und Haltungen der Berliner Bevölkerung in Zusammenhang mit ihren Wäldern

»Berlin ohne seinen Wald ... wäre nicht Berlin!« In einer von den Berliner Forsten unterstützten Umfrage zeichnet der Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der TU München ein Stimmungsbild der Berliner Bevölkerung rund um den Berliner Wald.

Befragungsteam  Berlin Sieben auf einen Streich - das Befragungsteam (Foto: E. Krause)

Stellen Sie sich vor - da brechen sieben Wissenschaftler aus München in Berlin ein und befragen an den unmöglichsten Orten die Berliner über ihr Verhältnis zum Wald: Im Olympiastadion während eines Bundesligaspiels, in U-Bahnen, in Marzahn, im Grunewald, im Stadtpark Tiergarten, im Botanischen Garten, im Zoo, im Volkspark, aber auch die grauen Orte Alexanderplatz, Köpenick, im Umkreis der Barbrücke und die Universität wurden nicht vergessen.

Insgesamt wurden 340 Interviews geführt. Jeder Befragte repräsentiert 10.000 Berliner Stimmen. Die Studie war auftragsgemäß als qualitative Untersuchung angelegt. Daher machte sich das Lehrstuhlteam auf die Suche nach einem Stimmungsbild. Primäres Ziel war es, die Gedankenwelt der Berliner einzufangen, die sie zum Wald in ihrer Umgebung gebildet haben. Für diesen Zweck wurde das Netz der qualitativen empirischen Sozialforschung ausgeworfen. Das Ergebnis der Studie sollte weniger ein Abbild der empirischen Wirklichkeit mittels statistischer Kennwerte und Häufigkeitsverteilungen abbilden, sondern die Meinung der Berliner Bürger in ihrer eigenen Sprache ergründen. Methodisch wurde daher mit offenen Fragen gearbeitet. Offene Fragestellungen ermöglichen es den Befragten, ihre Gedanken und ihre eigenen Sinnzusammenhänge mit ihren Begriffen auszudrücken.

Ein forstlich geprägter Forscher wird mitunter mit ihm noch völlig unbekannten Sichtweisen zu Wald und Waldbewirtschaftung konfrontiert. Jeder Befragte zieht seine eigenen, persönlichen und damit einzigartigen Erfahrungen und Meinungen heran, um auf die Fragen des Lehrstuhlteams zu antworten. Trotzdem ähneln sich geschilderte Eindrücke, sind vergleichbar, drücken unterschiedliche Perspektiven zu einem gleichen Sachverhalt aus oder bilden diametral unterschiedliche Positionen oder gar Haltungen aus. Die Auswertung offener Fragestellungen ist aufwändig, mitunter mühsam und bedarf penibler Disziplin, die sich den Regeln der empirischen Sozialforschung verpflichtet sieht. Die Aussagen müssen nach Ähnlichkeit ihrer Aussagengehalte sortiert und entsprechend dem Sinngehalt einer Kategorie zugeordnet werden. Der Forscher durchläuft mit seinem empirischen Material einen iterativen Prozess. Lösungen werden diskutiert, verworfen, verbessert, umsortiert, Kategorien abgespalten oder zwei Kategorien fusioniert.

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Autoren

  • Prof. Dr. Michael Suda
    leitet den Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der Technischen Universität München
  • Eva Krause
    ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik